Murrhardt Der Künstler und sein Vorbild

Stillleben von Utz Föll. Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet. Privatfoto
Stillleben von Utz Föll. Die Ausstellung wird am Sonntag eröffnet. Privatfoto
Murrhardt / SWP 31.05.2014
Vom 1. Juni bis zum 6. Juli 2014 zeigt die Städtische Kunstsammlung Murrhardt Werke von Utz Föll im Dialog mit Manfred Henninger.

Für den gebürtigen Murrhardter Maler und Kunsterzieher Utz Föll war der Backnanger Künstler Manfred Henninger (1894-1986), der 1929 Mitbegründer der Stuttgarter Neuen Sezession war, eine wichtige Leitfigur und Inspirationsquelle. Einige Werke Henningers werden nun zusammen mit Arbeiten von Utz Föll in der Städtischen Kunstsammlung im Heinrich-von-Zügel-Saal in Murrhardt gezeigt. Utz Föll wuchs im Murrhardt der Dreißigerjahre im handwerklichen Mittelstand auf. Das überschaubare, kleinstädtische Leben, die ländliche Idylle prägten seine Jugendjahre. Geboren 1932 war er zu jung, um aktiv in Jugendorganisationen und an Kriegshandlungen teilnehmen zu müssen. Die Wirren des Krieges und der Nachkriegsjahre erlebte er als Freiraum: Boxen, Jazz, Autofahren. Eine lässigere, coole Herangehensweise an die Welt lernte er im Umgang mit den amerikanischen Besatzern kennen.

Anders sein späteres Vorbild. Manfred Henninger verließ bereits 1933 fluchtartig seine Heimat, um sich einer drohenden Verhaftung zu entziehen. Wie viele andere Künstler seiner Generation gehört er zu der "Verschollenen Generation", die durch die Vorgaben zur Kunst im Nationalsozialismus in ihrer künstlerischen Tätigkeit gehindert und verfemt wurden.

Utz Föll wuchs in einem kunstliebenden Elternhaus auf. Er studierte Kunst an der Kunstakademie in Karlsruhe in der Malklasse von Fritz Klemm. Zeichnen lernte er bei Karl Hubbuch, der neben George Grosz und Otto Dix zu den herausragenden Vertretern des Verismus und der Neuen Sachlichkeit in Deutschland zählt. Neben Fritz Klemm waren HAP Grieshaber und Manfred Henninger wichtige Leitfiguren.

Am liebsten war er mit seiner Staffelei in der Landschaft unterwegs. Reisen nach Skandinavien, Italien, Nord- und Südfrankreich verband er stets mit Pleinairmalerei. Sein uvre umfasst Stillleben und Landschaften. Stilistisch gehören sie dem Spätimpressionismus an, zeigen aber auch expressionistische und abstrahierende Tendenzen. Als Lehrer unterrichtete er in Schulen ebenso wie in der Justizvollzugsanstalt, bei der Volkshochschule und in privaten Malzirkeln wie den Backnanger "Malern der Baracke".

Info Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. Juni, um 11 Uhr eröffnet. Sie kann bis 6. Juli dienstags von 10 bis 18 Uhr; mittwochs von 9 bis 14 Uhr; donnerstags von 14 bis 19 Uhr; freitags von 14 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 16.30 Uhr besichtigt werden.

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