Wallhausen Der Fotograf und Maler Jochen Wojtas stellt im Rathaus Wallhausen aus

Jochen Wojtas vor einer seiner Arbeiten, die in Wallhausen ausgestellt sind. Foto: Hartmut Volk
Jochen Wojtas vor einer seiner Arbeiten, die in Wallhausen ausgestellt sind. Foto: Hartmut Volk
Wallhausen / RALF SNURAWA 05.03.2014
Als "magische Porträts und mystische Acrylgemälde" bezeichnet Jochen Wojtas seine Fotografien und Bilder, die in seiner Ausstellung im Wallhausener Rathaus zu sehen sind. Fliegenpilz hat es dem Fotografen und Maler Jochen Wojtas angetan.

Der bei Mistlau lebende Künstler ist selbst begeisterter Pilzesammler. Seine erste Begegnung mit einem Fliegenpilz sei "so märchenhaft" gewesen, dass er den Pilz als Symbol in sein Gottesbild übertragen habe.

Fasziniert ist er vom Pilz auch, weil man den eigentlichen Teil überhaupt nicht sieht. Der befinde sich im Boden und sei viel größer als der Teil, der oberhalb zu sehen sei. Für ihn, so Wojtas, sei der Pilz alles und erscheine "überall, wo Lebenskraft, aus der alles entsteht, in Erscheinung tritt". Auf seinen Bildern verdeutlicht er dies, indem er etwa die Welt auf den Hut des Pilzes malt. Oder er nimmt die symbolische Farbe Gold für das Göttliche und fokussiert immens auf einen goldenen Pilz inmitten einer nachtblauen Umgebung. Das "göttliche Auge des Weltenwandlers" hat bei ihm Fliegenpilzwimpern und eine Blume als Pupille, sozusagen als Symbol für die Welt. Auf anderen Bildern wirkt der Fliegenpilz fast schon vor rotem Hintergrund fotografiert. Oder er umgibt einen sogartig erscheinenden Mittelpunkt, der den Betrachter beinahe in das Bild hineinzuziehen scheint. Seine Liebe zur Natur unterstreicht Jochen Wojtas auch in den ausgestellten Fotografien. Etliche Porträts von Personen sind in der Natur aufgenommen. Die Aufnahmeorte würden etwas mit den Menschen machen. Manchmal offenbaren sie innere Seiten, etwa wenn da jemand eine Katze streichelt.

Mystisch erscheinen die Bilder seines Models Juliane Lehanka mit dem Filzkleid von Ella Ziegler. Im Wasser, mitten in der Natur, ist sie mit dem Kleid zu sehen und erscheint da fast als Sagenwesen. Das Kleid ist im Original daneben zu sehen. Zwei weitere, eher klassisch an Modefotografie erinnernde Fotos vervollständigen das Ensemble. Andere Porträts sind in Wojtas kleinem Kohlenkeller entstanden. Dort spielt er mit dem Gegensatz zum Hintergrund oder lässt eine mit Asche eingeriebene Person sich beinahe damit verschmelzen. Wojtas legt im Gespräch Wert darauf, dass er nicht nur "liebliche" Fotos machen wollte.

Neben diesen Fotografien und Bildern sind auch noch einige Skulpturen zu sehen. Zum einen sind es Zusammenstellungen von in der Natur gefundenen Objekten. "Schatz des unendlichen Seins" heißt etwa eines, in dessen Mittelpunkt ein Schneckengehäuse in einem Nest liegt. Und natürlich ist da dann wieder der Fliegenpilz, diesmal als Plastik in unterschiedlichen Formen. Info Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses Wallhausen bis zum 31. August zu sehen. Jochen Wojtas wird im Verlauf der Ausstellungszeit neue Objekte hinzufügen und andere wieder entfernen.

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