Crailsheim Krimi: der Degen im Bauch des Büttels

Der neue Hohenlohe-Krimi der Crailsheimer Autorin Wildis Streng enthüllt diesmal Einblick in den traditionsreichen Onolzheimer Hammeltanz – innere Monologe des Hammels inklusive.
Der neue Hohenlohe-Krimi der Crailsheimer Autorin Wildis Streng enthüllt diesmal Einblick in den traditionsreichen Onolzheimer Hammeltanz – innere Monologe des Hammels inklusive. © Foto: Christine Hofmann
Crailsheim / Christine Hofmann 18.08.2018
Die Crailsheimer Autorin Wildis Streng taucht mit ihrem siebten Hohenlohe-Krimi „Hammeltanz“ tief in das Onolzheimer Traditionsfest ein.

Als der neue Büttel am späten Freitagnachmittag mit frisch gestärkter Uniform auf seinem Fahrrad durch die Straßen des Stadtteils Onolzheim radelt und den Beginn der Oonzamer Kärwe ausruft, ahnt er noch nichts von den Ereignissen, die sich in Kürze in diesem beschaulichen Flecken voll feierlustiger Menschen ereignen werden. Im Gegenteil: Er ist stolz, dass er das Amt des Büttels ausüben darf – davon träumt er schon seit Jugendtagen und hat das sichere Gefühl, dass dies der beste Hammeltanz seines Lebens werden wird.

So beginnt „Hammeltanz“, der neue Hohenlohe-Krimi der Crailsheimer Autorin Wildis Streng. Wer schon eines der sechs vorangegangenen Bücher um das Ermittlerduo Lisa Luft und Heiko Wüst gelesen hat, ahnt bereits, dass sich hinter Beschaulichkeit, Tradition und ländlicher Idylle Abgründe auftun werden. So ist es auch diesmal: Erst brennt ein Umzugswagen, dann werden an einem weiteren Festwagen die Bremsen manipuliert und am Ende der Hammeltanz-Zeremonie wird der Büttel ermordet aufgefunden – den Hammeltanzdegen tief in seiner Körpermitte.

„Da hat das Siegerpaar wohl nicht gut auf den Degen aufgepasst“, sagt Wildis Streng und setzt ein unergründliches Gesicht auf. Freilich verrät sie nicht, wer der Mörder ist. Das müssen die Leser bei der Lektüre selbst herausfinden. Wie immer gibt es jede Menge verdächtiger Personen in der Geschichte, kaum eine Figur hat eine saubere Weste. Schlimmer noch: Beim Hammeltanz laufen so gut wie alle Onolzheimer kostümiert herum und kaum jemand ist das, was er zu sein vorgibt.

Auch gibt es reichlich zwischenmenschliche Konflikte unter den Romanfiguren – nicht nur innerhalb der Onolzheimer Dorfgemeinschaft, sondern auch beim Kommissarenteam. Die beiden sind nämlich nicht nur Arbeitskollegen, sondern leben auch in einer festen Beziehung. Meist sind sie glücklich, nur manchmal gibt es Spannungen, wenn die hohenloher Mentalität von Heiko Wüst auf die westfälische Prägung von Lisa Luft stößt. „Lisa ist etwas verschnupft, weil Heiko ihr zu wenig Komplimente macht“, verrät die Autorin. „Da ist er ein echter Hohenloher.“

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist auf den 311 Seiten auch tierisch einiges geboten. Wildis Streng hat sich als Hammeltanz-Motto „In der Wildnis“ ausgedacht. „Es gibt Löwen, Flamingos, Affen und Stachelschweine. Da ist einiges unterwegs“, sagt die 39-Jährige. Selbst der Hammel, der natürlich eine besondere Rolle einnimmt, meldet sich mit inneren Monologen zu Wort.

Bevor Wildis Streng die ersten Zeilen niederschrieb, hat sie im letzten Jahr – zu Recherchezwecken – ausgiebig Hammeltanz mitgefeiert. „Einheimische haben mir außerdem wertvolle Hintergrundinformationen gegeben“, sagt die Lehrerin, die am Lise-Meitner-Gymnasium Deutsch und Kunst unterrichtet. Sie schreibt nach wie vor mit großer Freude Krimis mit Lokalkolorit und will im nächsten Jahr den achten Band herausbringen: „Eine Idee für den Fall habe ich schon.“

Info

Der neue Hohenlohe-Krimi „Hammeltanz“ ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Es gibt ihn auch im HT-Shop in der Ludwigstraße 6–10 in Crailsheim.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel