Im März sind die Arbeiten angelaufen. Nach dem Holzeinschlag wurden die Flächen eingeebnet und die Wurzelstöcke gerodet. Danach wurden nach und nach die Fundamente der Windräder gelegt. Jetzt werden die mächtigen Rohrstümpfe gebaut, die hundert Meter in die Höhe ragen. Fünf solcher Stümpfe stehen schon, und alleine das bietet ein imposantes Bild. Darauf werden dann noch die fehlenden Stahlsegmente gesattelt, mit der Maschinengondel und den Windkraftflügeln als finale Teile. Bis März 2017 sollen alle wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein und die Windräder ans Netz angeschlossen werden.

Der Wald, in dem die zehn Windräder relativ dicht beieinander stehen werden, ist im Besitz des Landes. Die Forst-BW hat die Flächen an die beiden Investoren, die  Wind Energien GmbH“ aus Kirchheim unter Teck und die Stadtwerke Tübingen, verpachtet. Die Windräder vom Typ Enercon E 115 weisen eine Nabenhöhe von 149 Metern und eine Gesamthöhe von 207 Metern auf. Der Rotordurchmesser beträgt 115 Meter. Jeweils fünf der Anlagen werden auf Jagstzeller und auf Ellenberger Grund und Boden errichtet.

„Sie werden in zwei Reihen entlang der A 7 gebaut, wo sie am wenigsten stören und die Verlärmung ohnehin schon hoch ist“, sagt Forstdirektor Reinhold Elser. Für den Bau eines Windrads wird eine Fläche von 0,6 Hektar benötigt. Nach den Bauarbeiten wird dann rund die Hälfte dieser Fläche wieder aufgeforstet. In Ellenberg, Schrezheim und Eigenzell sind Ausgleichsflächen zur Ersatzaufforstung für die beanspruchten Windräder-Areale vorgesehen. Das sind knapp zwei Hektar, die von Wiese in Wald umgewandelt werden. „Hinzu kommen dann noch 2,6 Hektar an Tannenpflanzungen im Wald, für die der Betreiber sorgen muss. Dies geschieht in enger Absprache mit der Unteren Forstbehörde“, erklärt der Büroleiter der Ellwanger Forstaußenstelle, Robert Lang. Außerdem müsse der Betreiber nicht unerhebliche Zahlungen an den Naturschutz leisten, der damit unterschiedliche Naturschutzprojekte finanziert.

Für den Jagstzeller Bürgermeister Raimund Müller hat die massive Ausweisung der Windkraft Sinn. Schließlich kommen noch fünf weitere Windräder hinzu, die im „Windpark Rechenberg“ unweit von Jagstzell-Rothof und Jagstzell-Ropfershof gebaut werden sollen. Auf vier Kilometern drängen sich dann 15 Windräder. „Wir haben die Vorgaben des Landesplanungsgesetzes umgesetzt, das besagt, dass man der Windkraft substanziellen Raum einräumen muss“, sagt Müller. Zwar habe es bei den Bürgerinformationsgesprächen zum Thema auch kritische Stimmen gegeben. „Die Mehrheit zeigte sich jedoch aufgeschlossen und befürwortete die Ausweisung der Windräder bei uns.“

Was Bürgermeister und Gemeinderat unbedingt möchten, ist eine direkte Beteiligung der Gemeinde an den Pachteinnahmen der Windparks. Eine entsprechende Resolution hat der Rat verabschiedet. Raimund Müller: „Das würde uns schon etwas bringen. Wir haben schließlich einen riesigen Aufwand, was die Flächennutzungsplanung, die Ausarbeitung von Stellungnahmen und beispielsweise die Bürgerbeteiligung anbelangt. Deshalb finde ich es nur gerecht, wenn wir als Gemeinde an den    Pachteinnahmen partizipieren.“