Langenburg Freibad-Bilanz: der 5. August ist unerreicht

Langenburg / Birgit Trinkle 06.09.2018
Eine hervorragende Freibad-Saison geht dem Ende zu; überall wird von einem Besucheranstieg berichtet. Langenburg, Wiesenbach und Satteldorf sind auch in der kommenden Woche noch geöffnet.

Die großen und die kleinen Freibäder im Crailsheimer Raum gleichermaßen berichten von mehr Gästen und einer guten Saison. Viele verkaufte Eintrittskarten bedeutet nicht zwangsläufig ein besseres Rechnungsergebnis – manchmal fallen mehr Wasser- und Reinigungskosten an –, aber einer Gemeinschaft tut’s gut.

Keine Selbstverständlichkeit

„Für uns ist es eine schöne Sache, dass wir genügend Rettungsschwimmer im Einsatz haben“, sagt Markus Braun, Sprecher der Stadtwerke in Crailsheim. In einigen Bädern sei das nicht der Fall, die dann gar nicht öffneten oder vorzeitig schließen müssten. In der Tat tun sich einige Einrichtungen, die auf Ehrenamtliche angewiesen sind, sehr schwer, vor allem, wenn die Last nur von wenigen Schultern getragen wird. Andernorts klappt’s wunderbar.

Auch im Crailsheimer Freibad werden Präsenz und Einsatz der Bademeister wertgeschätzt. Die Schwimmerinnen etwa sind dankbar, die jeden Montag und Mittwoch bereits um acht ins Becken steigen dürfen, ganz gleich ob’s regnet oder lediglich neun Grad Außentemperatur angezeigt werden und die Wasserwärme wie eine Nebeldecke über dem Becken liegt. Sie können stets sicher sein, dass jemand aufpasst.

Manfred Franz, seit 1996  Fachangestellter für Bäderbetriebe und seit seiner Jugend in der DLRG engagiert, erklärt, warum diese Präsenz eine Herausforderung ist: Viel Arbeit ist zu erledigen in einem Freibad, und das geht nun mal nicht während des Badebetriebs. Nicht, wenn niemand sonst da ist, der auf die Badegäste achtgibt.

Grob fahrlässig handeln und sich damit strafbar machen, würde sich die Stadt, komme sie dieser Aufsichtspflicht nicht nach, sagt er: „Das geht vor, in jedem Fall.“ Dann müssen aber auch noch täglich allen Becken Wasserproben entnommen werden um den Hygieneanforderungen zu entsprechen, zudem jeweils zwei Becken am Tag abgesaugt, der Rasen gemäht, die Hecken geschnitten. Es komme vor, dass unerwünschte nächtliche Badbesucher wüteten, und so würden jeden Morgen Sprungtürme und Spielgeräte überprüft, auch schon mal eine Mülltonne aus dem Wasser gefischt. „Das alles kostet richtig Zeit“, sagt Manfred Franz.

Blick in die Freibäder

Markus Braun ist wenige Tage vor dem Saisonende am Sonntag sehr zufrieden. Im Maulachtal ist’s richtig gut gelaufen: Bis Ende August gab es rund 57.100 Badegäste im Crailsheimer Freibad; im Vorjahr waren es 46.000. Spitzentag war der 5. August, ein Sonntag, mit über 2000 Badegästen. Der Verkauf an Dauerkarten lag bei über 300 Stück; da die meisten zu Saisonbeginn gekauft würden, spiele das Wetter kaum eine Rolle und die Zahlen veränderten sich kaum.

In Langenburg gab’s keine Einbrecher, keinen Vandalismus, keinen schweren Unfall, freut sich Arnd Bezold. Wermutstropfen waren die Reparaturen. Das Langenburger Bad ist über 40 Jahre alt, einiges ist in die Jahre gekommen, sagt der Betriebsleiter des Freibads mit Blick auf drei Wasserrohrbrüche. Auch er nennt den 5. August mit 1398 Besuchern den Spitzentag der Saison. Insgesamt waren bislang knapp 40.000 Badegäste im Freibad; 2017 wurden bis zum Saisonende am 28. September nur 30.022 gezählt. Apropos späte Schließung: Heuer ist der 7. Oktober letzter Badetag; im September ist täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet: „Unser Wasser ist 27 Grad warm, die Schwimmer freuen sich an jedem Tag.“ Bezold spricht von Badegästen, die „praktisch täglich“ kommen, von Freundschaften die entstehen, von Angeboten wie Beachparty und Mondscheinschwimmen, die – wie das gesamte Bad – ohne Ehrenamtliche nicht möglich wären.

Das Satteldorfer Freibad ist voraussichtlich bis 14. September geöffnet, bis Mittwoch wurden insgesamt 37.500 Besucher gezählt, deutlich mehr als in den Vorjahren. Bürgermeister Kurt Wackler freut sich auch über einen Anstieg beim Verkauf der Jahreskarten.

Wallhausens Kämmerer Jürgen Rosenäcker spricht von einem guten Jahr mit rund 13.500 Besuchern, obwohl es einige Tage zu warm war für das  Wasser im Naturerlebnisbad. Die besucherintensivsten Tage waren der 29. Juli – das Badfest der Feuerwehr in Verbindung mit der 875-Jahr-Feier – und der 31. Juli mit dem Zeltlager der Pfadfinder. Das Wallhäuser Bad öffnet am kommenden Sonntag zum letzten Mal in diesem Jahr.

Das Freibad Wiesenbach ist bis 16. September geöffnet; auch hier wurde um eine Woche verlängert, weil das Wetter gar so gut war und ist in diesem Sommer. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor, von einer guten Saison geht Roland Bach von der Gemeindeverwaltung Blaufelden aber aus. Der Vorverkauf der Saisonkarten sei sehr gut gelaufen und gegenüber dem Vorjahr um über zehn Prozent gestiegen.

Eine Aussage zum Abmangel, zu dem, was an Kosten übrigbleibt, wenn alle Einnahmen abgezogen sind, ist in den Freibädern erst zum Ablauf des Geschäftsjahres möglich. Im Blaufeldener Haushaltsplan 2018 wurde beim Freibad mit einem Abmangel von 75.000 Euro geplant. „Aufgrund der sehr guten Saison schätze ich jedoch, dass sich der Abmangel aufgrund von höherem Wasser- und Chemikalienbedarf um mindestens 10.000 Euro erhöht“, sagt Roland Bach. Erfolg kann also auch Geld kosten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel