Einige andere Tiere bevölkern seit kurzem den von Martin Schwarz so genannten Kunstzoo im Schrozberger Schloss, genauer: im Rathausteil. Seinen neuen Tierbildern hat der in Bartenstein lebende Schweizer Künstler dabei solche vonKDirk Streitenfeld aus Oberursel gegenübergestellt. Bei der Vernissage erfuhren die Besucher aus dem Gespräch der beiden Künstler, dass Streitenfeld als Grafikdesigner und Werbegrafiker tätig war, unter anderem für den Hessischen Rundfunk. 1992 hat er mit seiner Frau eine Galerie eröffnet, die sie 22 Jahre lang betrieben haben.

Eine eigene Note

Vor allem Künstler, die den Comic zur Ausdrucksgrundlage ihrer Werke erhoben, wurden in dieser Zeit ausgestellt. Streitenfeld hat damals begonnen, sich stark mit Kunst auseinanderzusetzen: „Worauf muss man achten, dass man zum Kern seiner Botschaft kommt?“ Sprechblasen oder auch Titel oberhalb und unterhalb des Bildes und der Comic-Malstil sind dabei wesentlicher Bestandteil auch der in Schrozberg ausgestellten Bilder. Die darauf zu lesenden Texte enthalten eine eigene Note.

Speziell Missverständnisse in Äußerungen und Wortverdrehungen haben es Streitenfeld angetan, der von sich selbst sagt, dass ein humoristisch geprägter Künstler wie Roland Topor ihn beeinflusst hat. Als Beispiel brachte Streitenfeld im Gespräch mit Schwarz die Sätze: „Sie hat ihren Mann zum Brötchenschicken geholt“, und: „Dafür werde ich mir nicht die Ohren um die Nacht schlagen.“

So heißt es dann auf seinen Bildern etwa „Besuchskaninchen“ statt „Versuchskaninchen“ oder „Stubenelster“ statt „Stubenältester“. Und neben dem „Brathähnchen in Ofenhaltung“ erfährt man: „Die Einweg- und die Fluchtzwergfliege erklären sich die Nächstenliebe.“ Seine beiden Hunde hat Streitenfeld mit „Corgi & Bass“ unter Bezugnahme auf die Gershwin-Oper „Porgy and Bess“ bezeichnet. Und eine Ente darf neben einer gerupften ausrufen: „Verdammte Duck-Mäuserei!“ Streitenfelds Bildern ist dabei ein kleiner Unschärfefaktor gemeinsam, der wie ein Schleier über dem Gemalten zu liegen scheint.

„Bilder ohne Worte“

Martin Schwarz wiederum bezeichnet seine neuen Bilder als „Bilder ohne Worte“ – wohl auch in leichter Anspielung an Mendelssohns „Lieder ohne Worte“. Er habe sie bewusst unsprachlich gehalten. Es gehe aber unter anderem auch um Kommunikation zwischen Tieren. Damit dürften wohl der großmäulige „Liebeskampf“„Ein Moment im Garten“ mit kleinen Tieren in der Mitte der Blumen oder auch die Gegenüberstellungen von Eigenem mit Abwandlungen desselben im Stil eines anderen Künstlers: „nach René Magritte“, „nach Pablo Picasso“ und „nach Franz Marc“ gemeint sein.

Dass beiden Künstlern der Schalk im Nacken sitzt, zeigen zwei Bilder. Schwarz‘ Hasenpaar neben dem Eingang zum Trauungszimmer ist das eine. Das andere ist Streitenfelds „Heu, Herr Kapitän“ mit einem kleinen Bildgeheimnis: Auf der Musterung der zu sehenden unteren Kuhhälfte kann man das richtige „Ahoi“ noch nachlesen.

Info Die Öffnungszeiten der Ausstellung im Schrozberger Schloss: montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum bis 29. September.