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Crailsheim
Crailsheim / CHRISTINE HOFMANN  Uhr
Vieles ist auf den Weg gebracht worden, vieles davon ist gut - darin sind sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion der SPD zum Thema Bildung einig gewesen. Doch jetzt brauche es Zeit, die Reformen umzusetzen.

In der Bildungslandschaft tut sich viel: Ganztagesschulen wurden eingerichtet, die Inklusion auf den Weg gebracht und - als größte Neuerung - Gemeinschaftsschulen gegründet. Außerdem wurde mit einer regionalen Schulentwicklungsplanung begonnen. Gleichzeitig werden Bildungspläne reformiert, Förderschulen zu sonderpädagogischen Beratungszentren ausgebaut und zum Schuljahr 2016/17 wird es Neuerungen an den Realschulen geben. "Es hat sich viel getan", sagte Klaus Käppler, schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, der am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Crailsheim im Bürgertreff Roter Buck die Reformen des Landes Baden-Württemberg vorstellte.

Die Zuhörer im Publikum und auf dem von Nikolaos Sakellariou (SPD) moderierten Podium hörten genau hin. Und sie meldeten dem Bildungsexperten Käppeler zurück, welche Auswirkungen die in Stuttgart gefassten Beschlüsse auf die Schulen im Kreis Schwäbisch Hall haben. Die geschäftsführende Schulleiterin der berufsbildenden Schulen im Landkreis, Anne Technau, wies darauf hin, dass es schwierig sei, die Stellen mit Fachlehrern zu besetzen.

Um Fachkräfte geht es auch beim Thema Inklusion. Der geschäftsführende Schulleiter der Crailsheimer Schulen, Manfred Koch, erläuterte die verschiedenen Modelle, die bereits erprobt wurden. "Es ist eine Herausforderung und es braucht vor allem personelle Ressourcen", so Koch. Schulamtsdirektorin Ursula Jordan stellte fest, dass sich bereits viele Schulen der Region in einem Prozess der Veränderung befänden. Jordan: "Es sind sehr gute Reformen auf den Weg gebracht worden. Jetzt müssen die Schulen Zeit bekommen, diese umzusetzen. Da darf nicht alle vier Wochen eine neue Reform kommen." Ungelöst sei weiterhin das Problem der Krankheitsvertretungen. "Hier muss dringend nachgebessert werden."

An den Gymnasien laufen die Reformen bislang weitgehend vorbei. Jochen Uhrhan, Rektor des Gymnasiums Gerabronn, sieht derzeit auch keinen Grund, sich den Veränderungsprozessen anzuschließen. "Das Land der Erfinder funktioniert nur, wenn clevere Köpfe dabei sind. Die brauchen von Anfang an eine solide Basis", so Uhrhan.