Crailsheim Den Keller wieder als Keller nutzen

Rektor Oliver Grau und die Leiterin der Ganztagesbetreuung, Ligita Hofmann-Upstas, im Keller der Grundschule Roßfeld, in dem die Schüler den Nachmittag verbringen.
Rektor Oliver Grau und die Leiterin der Ganztagesbetreuung, Ligita Hofmann-Upstas, im Keller der Grundschule Roßfeld, in dem die Schüler den Nachmittag verbringen. © Foto: Christine Hofmann
Crailsheim / Christine Hofmann 09.11.2018
Die Grundschule Roßfeld ist in die Jahre gekommen. Sie benötigt außerdem zusätzliche Räume für die Nachmittagsbetreuung.

Der Schulhof der Grundschule Roßfeld ist ein schmuckloser Asphaltplatz. Doch gleich nebendran schließt ein öffentlicher Spielplatz an – mit jeder Menge Spielmöglichkeiten. „Der Spielplatz ist richtig schön, den lieben unsere Schüler“, sagt Oliver Grau, Rektor der Eichendorffschule und der Außenstelle Grundschule Roßfeld. „Auch die Toiletten sind renoviert worden. Das sollte man positiv erwähnen.“

Auf der Liste der Pluspunkte der kleinen Grundschule, die derzeit 65 Schüler besuchen, stehen außerdem eine familiäre Atmosphäre, ein engagiertes Lehrerkollegium und ein gutes Klima. „Hier ist noch richtig heile Welt“, so Grau.

Doch es gibt auch eine lange Liste mit Aufgaben, die auf ihre Umsetzung warten. Nach Auskunft der Stadtverwaltung befinden sich vor allem die Räume im Untergeschoss in einem schlechten Zustand. Das Dach und die Fassade müssen saniert werden. Im gesamten Gebäude ist die Technik veraltet, die Akustik und Beleuchtung sind unbefriedigend. „Auch braucht die Schule voraussichtlich mehr Raum für die Ganztagesbetreuung“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Das Ressort Bildung und Wirtschaft sehe „dringenden Handlungsbedarf“.

Beim Rundgang durch das Schulgebäude wird deutlich, dass die Einschätzung der Stadtverwaltung zutreffend ist. Zwar sind die Klassenzimmer hell und geräumig, doch zeigen alle übrigen Räume, dass sie für die jetzige Nutzung nicht konzipiert worden sind. Das Lehrerzimmer, das gleichzeitig Materiallager, Kopierraum und Besprechungszimmer für Elterngespräche ist, ist viel zu klein. „Wer zu spät kommt, bekommt im Lehrerzimmer keinen Sitzplatz mehr“, sagt der Schulleiter.

Fast schon unheimlich wird es im Untergeschoss. „Hier haben wir eine richtige Keller-Atmosphäre“, sagt Grau und zeigt am Ende eines Ganges den schmalen Raum, in dem bis zu 16 Kinder ihr Mittagessen einnehmen. Der Raum für die Ganztagesbetreuung hat immerhin einen Ausgang zum Schulhof, er ist jedoch ebenfalls viel zu klein dimensioniert.

„Wir haben insgesamt 33 Kinder im Ganztag und in der Randzeitbetreuung, das ist die Hälfte aller Grundschüler“, berichtet Ligita Hofmann-Upstas von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schwäbisch Hall, die die Ganztagesbetreuung an der Grundschule Roßfeld leitet. „Wir brauchen dringend einen zweiten Raum.“ Gerade für Grundschüler, die von morgens früh bis nachmittags um 17 Uhr in der Schule sind, sei es wichtig, eine Rückzugsmöglichkeit zu haben.

Zahlreiche AG-Angebote gibt es im Nachmittagsprogramm: von bewegtem Lernen über Kinderturnen und Basteln bis hin zur Lerngruppe für die Hausaufgaben. Aktuell gibt es ein Erlebnis­angebot mit Tieren, bei dem die Grundschüler einen verantwortungsvollen Umgang mit Vierbeinern lernen. Hofmann-Upstas: „Bei schönem Wetter werden viele Angebote im Freien abgehalten, doch das wird im Herbst und Winter nun schwierig.“

Schulleiter Oliver Grau hat schon eine Idee, wie das Platzproblem gelöst werden könnte. Er stellt sich einen zweistöckigen Anbau vor, der über den kleinen Computerraum mit dem Altbau verbunden sein könnte. Hier wäre Platz für Betreuungsräume, eine kleine Mensa und ein Lehrerzimmer. „Der Keller könnte dann wieder als Keller genutzt werden: als Materiallager.“

Über eine Umsetzung der anstehenden Maßnahmen – und besonders über die Frage, zu welchem Zeitpunkt diese erfolgen soll – entscheidet der Gemeinderat. Er beschließt die Prioritätenliste, die festlegt, in welcher Reihenfolge die städtischen Aufgaben erledigt werden. Aus Sicht der Schule ist die Priorisierung klar. Grau: „Mir ist bewusst, dass die Stadt nicht alles gleichzeitig umsetzen kann. Aber: Je eher, desto besser.“

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