Crailsheim Dem Durchstich unter der Bahntrasse nicht abgeneigt 

Crailsheim / Christine Hofmann 21.06.2018
Das hören die Bürger des Sauerbrunnens gern: Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer hält eine Verbindung der westlichen und östlichen Stadtteile für sinnvoll.

Wohnen kann man bestens auf dem Sauerbrunnen, das äußerten die zahlreichen Besucher unisono, die am Dienstagabend zur Vor-Ort-Aktion „Hier sind wir zu Hause“ des HOHENLOHER TAGBLATTS auf den Spielplatz der Siedlungsgemeinschaft gekommen waren. Beim Thema Verkehr gibt es aber offensichtlich Nachholbedarf, wie die vielen Fragen bewiesen, die die Bürger an den neuen Oberbürgermeister hatten – und die HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan im Interview an den OB weitergab.

Wann die Siedlungsstraßen saniert werden, die sich in einem bedauernswerten Zustand befinden, interessierte die Menschen besonders. Dr. Christoph Grimmer verwies hier auf das Straßenkataster, in dem der Zustand sämtlicher Crailsheimer Straßen erfasst sei. Die Sanierung erfolge nach Dringlichkeit: „Am 28. Juni wird im Gemeinderat eine Prio­ritätenliste beschlossen. Diese wird dann von oben nach unten abgearbeitet.“

Grimmer lud die Bürger sogleich in die Ratssitzung ein, wo man nicht nur interessante Dinge erfahren, sondern, vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im kommenden Jahr, auch Kandidaten kennenlernen könne.

Grundsätzlich liege es natürlich im städtischen Interesse, die Straßen in einem guten Zustand zu halten, schließlich sei die Infrastruktur das Vermögen der Stadt. Doch das sei nicht billig. „Wir investieren 2,5 Millionen Euro pro Jahr in die Straßensanierung, um den Status quo zu halten“, so Grimmer.

Mit Beifall quittierten die Zuhörer die Frage nach einem Durchstich durch die Bahnunterführung, damit es für die Bewohner des Sauerbrunnens einen direkten Weg in die Innenstadt gibt. „Ich habe schon mit der Bahn gesprochen, sie würde sich nicht dagegen stellen“, berichtete Grimmer. „Wenn wir den Durchstich wollen, müssen wir ihn aber alleine machen.“ Er selbst unterstütze dieses Projekt, da er es für sinnvoll halte, die westlichen und östlichen Teile der Stadt miteinander zu verbinden.

Auf einen Zeitplan ließ er sich allerdings nicht festlegen – nicht einmal, als ihm Andreas Harthan die Schlagzeile „OB Grimmer schafft den Durchstich in der ersten Amtszeit“ in Aussicht stellte. „Wir haben ein enormes Investitionsvolumen“, hielt der Oberbürgermeister dagegen. Große Projekte wie die Generalsanierung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, der Bau einer Stadthalle und viele weitere stünden noch an.

Zuletzt brachte Grimmer den Bewohnern der Sauerbrunnensiedlung noch ein Geschenk mit: Er verkündete, dass das Taxiunternehmen, das in der Zentrale in der Brunnenstraße mit seinen parkenden Fahrzeugen für Unmut und zuweilen auch für gefährliche Verkehrssituationen sorgt, seinen Betrieb ins Gewerbegebiet Hardt umsiedeln werde. „Dem Bauplatzverkauf wurde bereits zugestimmt“, so Grimmer.

Dadurch wird sich die Verkehrssituation auf dem Sauerbrunnen etwas entspannen – zumindest so lange, bis das geplante Baugebiet „Erweiterung Sauerbrunnensiedlung“ erschlossen und bebaut wird. Die Menschen betrachten es mit Sorge und wollen wissen: „Warum fällt das Baugebiet so groß aus?“ Grimmers Antwort: „Wohnraum, vor allem bezahlbarer Wohnraum, ist der Wunsch der Mehrheit. Da können wir nur bauen und bauen.“

Die Frage, ob es einen Ersatz für den Bolzplatz gibt, der für das neue Wohngebiet weichen muss, konnte Grimmer nicht beantworten. Er versprach jedoch, die Antwort nachzuliefern.

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