Viele Vereine und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter sind verunsichert, seit die EU-Datenschutz-­Grundverordnung (DSGVO) am 25. Mai dieses Jahres in Kraft getreten ist. Mit den weitreichenden Auswirkungen auf die Öffentlichkeitsarbeit der Vereine ist deshalb der Bedarf an Informationen und Beratung besonders groß.

Deshalb war die Info-Brokerin und Social Media Managerin Christa Rahner-Göhring zu Gast im Konvent der VHS Crailsheim, um anhand ganz konkreter Beispiele zu erläutern, wie Datenschutz im Verein auszusehen hat und auch, um viele brennende Fragen aus der Praxis der Zuhörer zu beantworten. Die waren zahlreich erschienen, es musste sogar eine Warteliste angelegt werden, was zeigt, wie groß die Nachfrage nach kompetenter Unterstützung in den Vereinen ist.

„Vorweg die gute Nachricht. Sie sind nicht allein. Wie Ihnen geht es vielen“, beruhigte Rahner-Göhring gleich zu Beginn und erläuterte, weshalb die neue Datenschutzverordnung das Leben der Vereine gerade jetzt in der Anfangszeit besonders schwer macht. „Flexibilität und Spontaneität, womit wir in der Vereinsarbeit agieren, das kommt in der DSGVO nicht vor“, fasste sie zusammen.

Gegliedert war ihr Vortrag in fünf Bereiche: Wie sieht der Alltag heute aus, welche Auswirkungen auf die Vereinsarbeit hat die DSGVO, welche Datenschutzthemen betreffen die Vereinsmitglieder direkt und vor allem, was kann und muss in der Praxis konkret getan werden, um sie korrekt umzusetzen.

„Jede Person hat das Recht, selbst zu bestimmen, wer personenbezogene Daten und die besonderen personenbezogenen Daten hat und wer was damit macht“, nannte sie als wesentlichen Kern der Verordnung. Anhand vieler konkreter Beispiele, die sie gerne auch überspitzte, zeigte die Referentin auf, wie Datenschutz und die damit einhergehende Bürokratie in der Praxis auszusehen hat.

„Das wird viel Papier und Aktenordner kosten“, warnte sie und ging ausführlich auf die Rechte der Mitglieder, den Umgang mit Fotos, Homepages, auf soziale Netzwerke, Jugendschutz und natürlich interne Vereinskommunikation ein. „Whatsapp ist für Vereine Harakiri, eine Datenschutzfalle“, mahnte sie zum Beispiel eindringlich.

Wie viel Klärungsbedarf zu den einzelnen Punkten besteht, wurde deutlich an der Menge der Fragen, die während des Vortrags gestellt wurden. Neben sachlicher Information versuchte Christa Rahner-Göhring deshalb auch, den Zuhörern Zuversicht zuzusprechen. „Vieles ist nicht praktikabel. Ich kann nur sagen, wie es ist. Achten Sie darauf, gehen Sie sensibel damit um und lassen Sie sich nicht kirre machen“, sagte sie angesichts der Informationsflut, mit der sich die Zuhörer konfrontiert sahen.

Geduldig Fragen beantwortet

Am Ende stand sie noch geduldig für Fragen bereit. Vielen Vortragsbesuchern war die Verärgerung über das Thema anzumerken, und nicht wenige äußerten laut ihren Unmut darüber, welche negativen Auswirkungen die Umsetzung DSGVO auf das Vereinsleben haben kann. „Wir halten mit Herzblut unsere Vereine lebendig, und es wird uns immer noch eins draufgesetzt. Irgendwann macht das doch keiner mehr mit“, kam ein Zwischenruf aus dem Publikum.

Die Referentin reagierte darauf betont nüchtern und listete am Ende genau auf, welche Prioritäten Vereine und die Vorstand­schaften beim Datenschutz ganz konkret setzen sollten, damit ein Punkt nach dem anderen umgesetzt werden kann. Dabei versuchte sie auch, den Blick auf die andere Seite zu lenken und die DSGVO auch aus der Perspektive des Einzelnen zu betrachten – damit die viele Zusatzarbeit am Ende auch einen Sinn ergibt.