Tauberbischofsheim Das Handwerk bleibt am Ball

Tauberbischofsheim / PM 16.05.2012
5047 Jugendliche haben 2011 eine Lehre in einem Hand-werksbetrieb der Region Heilbronn-Franken begonnen. Das ist eine der wichtigsten Botschaften der Vollversammlung der Handwerkskammer.

Im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim nutzte das oberste Beschlussorgan der Kammer die auswärtige Sitzung, um im Anschluss eine Begegnung für und mit Handwerksunternehmen zu veranstalten. Kammerpräsident Ulrich Bopp berichtete von der aktuellen Lage im Handwerk, angefangen bei der Konjunktur, über Veranstaltungen bis hin zur Energiewende.

Oberregierungsrat Dr. Christian Renz vom Finanzministerium in Stuttgart führte aus, ein wichtiger Schritt, um die Energiewende voranzutreiben, sei die steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Davon würde gerade auch das Handwerk profitieren.

Die Überalterung der Gesellschaft und der damit verbundene Fachkräftemangel war Schwerpunkt des Berichts von Arbeitnehmer-Vizepräsident Markus May. Er stellte verschiedene Möglichkeiten vor, um dieser Problematik zu begegnen. Um die Qualität der Ausbildung im Handwerk zu verbessern und damit auch deren Attraktivität für Schüler, hat die Kammer eine Arbeitsgruppe gegründet, die in einem ersten Schritt verschiedene Dokumente erarbeitet hat, um Betrieben und Lehrlingen die Überprüfung des aktuellen Ausbildungsstandes zu erleichtern.

Die Schwerpunkte der Kammerarbeit im Jahr 2011 fasste Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr zusammen. Er berichtete über Projekte in der Aus- und Weiterbildung sowie der Unternehmensberatung.

Außerdem ging es um die Imagekampagne des deutschen Handwerks, die auch in der Region Heilbronn-Franken eingesetzt wird. Michaela Maier, Leiterin der Zentralstelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, stellte der Vollversammlung neue Motive und den neuen Kampagnenfilm vor. Sie forderte die Betriebe auf, die Kampagne im eigenen Unternehmen umzusetzen: "Nutzen Sie die bundesweite Aufmerksamkeit, die die Kampagne erzeugt, um auf Ihren Betriebe und Ihre Leistungen hinzuweisen. Nur so kann die Kampagne ihre volle Wirkung entfalten und das Image des Handwerks verändern."

Kerstin Lüchtenborg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung, meinte, bedenklich sei die hohe Zahl an Lehrlingen, die ihre Ausbildung vorzeitig beenden. 560 Jugendliche hätten 2011 ihre Lehre abgebrochen - ein Anteil von 11,1 Prozent. Besonders betroffen sei der Elektro- und Metallbereich.

Nach der Vollversammlung gab es die "Begegnung des Handwerks", bei der Handwerker, Vertreter der Verwaltung, des Ehrenamts und der Handwerkskammer Kontakte knüpfen konnten.