Theater Dank Sams dürfen Kinder mal über Erwachsene lachen

Das Sams erfüllt alle Wünsche von Herrn Taschenbier und so steht plötzlich ein Eisbär im Schlafzimmer. Foto: Susanne Zwicker
Das Sams erfüllt alle Wünsche von Herrn Taschenbier und so steht plötzlich ein Eisbär im Schlafzimmer. Foto: Susanne Zwicker
JULIA VOGELMANN 05.06.2013
Mit dem Familienstück "Eine Woche voller Samstage" nach den Büchern von Paul Maar startete das Landestheater Dinkelsbühl in die Freiluftsaison.

Nichts bringt Kinder so sehr zum Lachen wie ungeschickte Erwachsene, die sich vor anderen zum Kasper machen. Von solchen Erwachsenen wimmelt es nur so im "Sams", wie das Theaterstück kurz genannt wird.

Da ist der ängstliche Herr Taschenbier (Bernd Berieb), der zappelig und stotternd, stolpernd und linkisch vor Vermieterin und Chef buckelt. Da ist Katharina Felling als die verkniffen näselnde, neugierige Vermieterin Frau Rotkohl, die von Kopf bis Fuß in Lila gehüllt dem armen Herr Taschenbier das Leben schwer macht. Und da sind kleine Nebenfiguren, wie der immer verschnupfte Lehrer Groll, die beiden dümmlichen Schulkinder Jaqueline und Dennis oder die dienernden Verkäufer im Kaufhaus, die den Kindern jede Menge Möglichkeiten bieten, über die Erwachsenen und ihr seltsames Benehmen einmal herzlich zu lachen.

Herausgekitzelt wird dieses Lachen vom Sams. Das Sams, schrill und im wahrsten Sinne quietschvergnügt dargestellt von Schauspielerin Julia Eckers, ist all das, was Kinder den ganzen Tag nicht sein dürfen. Es ist laut und frech, nimmt alles in den Mund, fällt den Erwachsenen ins Wort, hüpft auf dem Bett und tanzt auf dem Tisch. Die Regeln der Erwachsenen sind die Spielregeln, die es in Frage zu stellen gilt. Und genau dies ist das Spiel, das Kinder am Theater so lieben, das Spiel mit den Möglichkeiten. Was passiert denn, wenn man alles wörtlich nimmt, was die Erwachsenen zu einem sagen? Beim Sams endet es beispielsweise damit, dass aus einem Sams eine Majestät wird, weil es darauf besteht, als Kunde tatsächlich König zu sein. Oder was passiert, wenn man einmal keine Angst hat vor den möglichen Konsequenzen des eigenen Handelns? Beim Sams führt dies neben allerhand Ärger auch zu arbeitsfreien Tagen im Bett für Herrn Taschenbier. Der wird vom Sams gelobt, als er lernt sich zu widersetzen, den Ungerechtigkeiten um sich herum Paroli zu bieten.

Die Wünsche, die das Sams mit seinen blauen Punkten erfüllen kann, sind schließlich das dritte Spielelement. Wer wünschte sich nicht manchmal nur etwas auszusprechen und schon geht es in Erfüllung. Doch dass man auch mit dem Wünschen vorsichtig sein muss, lernen die kleinen Zuschauer von Herrn Taschenbier. Denn es gibt auch dumme Wünsche, stellt Herr Taschenbier fest, als er sich einen Eisbären in sein Schlafzimmer wünscht.

Für die Erwachsenen ist es ein Vergnügen zu sehen, wie Kinder es genießen zuzuschauen, wenn es einmal die Großen sind, die nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen und so alle peinliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kleine skurrile Nebenhandlungen, wie etwa mehr als zwei plötzlich auftauchende lila Putzhandschuhe, die von der schnüffelnden Neugier der Frau Rotkohl zeugen sollen, sorgen für kleine Aha-Effekte und staunendes Grinsen bei Jung und Alt. Am Ende haben im Publikum alle den gleichen Wunsch wie Herr Taschenbier, der sich vom Sams verabschieden muss, weil alle Wünsche aufgebraucht sind. Ein Sams für immer, damit das Leben etwas lustiger und bunter wird.Info Das Familienstück steht ab 13. Juni wieder regelmäßig auf dem Spielplan.

Weitere Informationen gibts unter www.landestheater-dinkelsbuehl.de.