Serie Da wird es warm ums Herz

So lässt sich der Winter aushalten: Mit der duftenden Teemischung „Knusperhäuschen“ aus Elke Dambachers Fachgeschäft „Der Teegarten“ am Schweinemarktplatz.
So lässt sich der Winter aushalten: Mit der duftenden Teemischung „Knusperhäuschen“ aus Elke Dambachers Fachgeschäft „Der Teegarten“ am Schweinemarktplatz. © Foto: Christine Hofmann
Christine Hofmann 05.01.2018
Die Crailsheimerin Elke Dambacher vertreibt die Kälte des Winters mit heißem Tee in den verschiedensten Geschmacksrichtungen.

Wenn Elke Dambacher eine der zahlreichen Teedosen öffnet, liegt ein betörender Duft in der Luft. Mal riecht es fruchtig, mal herb, mal lieblich und manchmal gar nach gebrannten Mandeln. „Der Tee ‚Knusperhäuschen’ ist im Winter der Renner. Der darf uns nie ausgehen, denn den will jeder haben“, erklärt die Geschäftsführerin des „Teegartens“ am Crailsheimer Schweinemarktplatz. Zimtstangen, kandierte Ananas und Papaya, Popcorn und natürlich gebrannte Mandeln sind in der Früchteteemischung zu finden. Schon beim Schnuppern im Laden sieht man die dampfende Tasse im Geiste vor sich – und das flackernde Kaminfeuer und das gute Buch gleich dazu. So lässt sich der Winter aushalten.

„Manchmal kommen Leute in den Laden und erzählen, dass sie den Teeduft schon am Brunnen gerochen haben“, sagt die gebürtige Fichtenauerin, die mit der Eröffnung ihres Ladens vor nun bald 17 Jahren „zum Horaff geworden“ ist. „Ich liebe die Crailsheimer“, sagt die gelernte Verkäuferin mit Nachdruck. Und ebenso liebt sie ihren Beruf. In ihrem Tee-Fachgeschäft, in dem es im Winter rund 200 und im Sommer rund 150 Sorten gibt, sind noch viele andere schöne Dinge, die Dambacher stets persönlich auswählt. Das sei ihre „Honigarbeit“, neue Produkte aussuchen, mit denen sie ihre Kundschaft überraschen will. Oft gelingt ihr das.

Ihre Leidenschaft ist außerdem, zu erspüren, was der Kunde will. Ist er eher ein fruchtiger oder ein herber Typ? Oder mag er es gar lieblich? „Es ist jedes Mal ein schöner Moment, wenn ein Kunde seine Nase in die große Teedose steckt und schnuppert – und sich dann ein Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet, weil die richtige Mischung gefunden ist.“

Zwischen der „Honigarbeit“ und der Leidenschaft steht eine Menge Arbeit, die in der Hauptteezeit im Winter ebenso anfällt wie im Sommer. Viel Handarbeit fällt darunter, denn die Tees werden alle eigens gewogen und verpackt, Bestellungen müssen gemacht und Rechnungen bezahlt werden. Auch Letzteres ist bei Elke Dambacher nach wie vor Handarbeit: Es gibt keinen Computer im Laden, nur ein Telefon und ein Faxgerät. Die 58-Jährige hat nichts gegen Modernität, aber etwas Nostalgie darf ruhig sein.

Die alte Kasse, die sie damals zusammen mit der Verkaufstheke von Eisen-Seegerer übernommen hat – einen Abroller von der Firma Burckhardt gab’s auch noch – ist heute allerdings nicht mehr im Einsatz. Dafür finden sich einige andere urige Gegenstände im Laden, die – ebenso wie der Tee – das Herz erwärmen.