Das Handwerk sucht – je nachdem mal mehr, mal weniger stark – händeringend gute Auszubildende. Und Schüler suchen Ausbildungsplätze. Beim dritten Informationstag des Handwerks an der Crailsheimer Eichendorffschule sind sich Betriebe und künftige Mitarbeiter am Samstagvormittag nähergekommen.

Es ist kein alltäglicher Anblick: Mitten im Atrium des Schulgebäudes steht ein roter Kleinwagen. Die Motorhaube ist geöffnet. Das sorgt schon für Aufsehen bei den Schülern. Neben dem Flitzer steht eine junge Frau, die gerne über die Berufsausbildung rund ums Kraftfahrzeug spricht.

Überall in der Eichendorffschule wuseln junge Leute, machen in den Gängen und Klassenzimmern an den Ständen von Betrieben und Berufsvereinigungen Station. An manchen packen sie gleich selbst an, lernen Bestandteile des Berufs so hautnah kennen. Offene Fragen werden geklärt, Informationsmaterialien und Kontaktdaten ausgetauscht. Der Andrang ist groß.

Crailsheim

Helmut Reuter gefällt das. Auch die dritte Handwerkermesse hat er organisiert – obwohl er eigentlich als Lehrer schon in Pension ist. „Ich habe den Kontakt zu 70 Firmen“, berichtet er. Die Hälfte musste aus Zeit- oder Mitarbeitermangel absagen. Trotzdem sei es toll, wie viele dabei sind und sich die Zeit dafür nähmen. „Es werden heute weit über 40 Berufe vorgestellt“, weiß er – und damit sei er mehr als sehr zufrieden. Das gelte auch für das Interesse der Schüler.

Das sieht auch Rektor Oliver Grau so. Für die Schüler der Eichendorffschule sei es eine Pflichtveranstaltung, zusätzlich seien aber auch etliche junge Leute anderer Schulen sowie Eltern und Verwandte mitgekommen. Das alles sei aber nicht ohne die guten Kontakte von Helmut Reuter möglich gewesen. „Über Jahre hat er ein super Netzwerk aufgebaut“, sagt Grau.

Horst Philipp hat heute schon mit etlichen Schülern gesprochen. Der Obermeister der Zimmererinnung ist in seiner traditionellen Arbeitskluft dabei. „Wenn man das Berufsbild erst einmal vorstellt, bekommen viele einen anderen Blickwinkel“, hat er bemerkt. Das sei wichtig, denn in diesem Handwerk gebe es einen Mangel an Nachwuchs. Auch und besonders für Frauen sei der Beruf interessant: Schließlich gehe es dank Hilfsmitteln nicht mehr um Kraft, sondern vor allem auch um geistige Leistungen.

Ein konkretes Ausbildungsstellenangebot gibt es direkt am Stand des Landkreises. „Wir suchen zum 1. September einen Auszubildenden zum Straßenwärter“, sagt Margit Möller-Tabler, Ausbildungsleiterin im Landratsamt. Außerdem noch im Angebot: ein Bachelor im Bauingenieurwesen, der beim Bau- und Umweltamt absolviert wird.

Elena Schmötzer geht kurz nach 11 Uhr nach Hause. „Ich war jetzt zwei Stunden da“, sagt die 14-Jährige und reckt einen Stapel Prospekte in die Höhe. Die will sie nun in Ruhe daheim durchschauen. „Ich weiß noch nicht, was ich werden will. Aber dass hier so viele Berufe auf einem Fleck vorgestellt werden, hilft mir“, meint sie.

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