Crailsheim Crailsheimer Landrat in einer turbulenten Zeit

Crailsheim / PM 15.11.2014

Einen Vortrag über Götz Kraft von Oelffen, der von 1946 bis 1948 als Landrat in Crailsheim fungierte, gibt es am Montag, 17. November, um 19.30 Uhr im Forum in den Arkaden. Horst Ansel versucht auf Einladung des Historischen Vereins, ein Bild des Crailsheimer Lebensabschnitts von Oelffens zu zeichnen - und gewährt damit gleichzeitig einen interessanten Einblick in eine überaus spannende Zeit, die von heftigen lokalpolitischen Auseinandersetzungen geprägt war.

Von Oelffen wurde 1946 erster vom Kreistag gewählter Landrat des Kreises Crailsheim in der Nachkriegszeit. Sein Gegenkandidat war der bisherige Amtsinhaber Karl Daurer gewesen. Der damals 33-jährige Schlesier von Oelffen - gelernter Landwirt und einstiger Berufsoffizier - hatte zu diesem Zeitpunkt bereits hochdramatische Jahre hinter sich: Vom Militärgericht war er wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt, dann zu KZ-Haft "begnadigt" worden.

Vor ihm lagen 15 Monate als Landrat in einer politisch aufgeladenen Atmosphäre mit den großen Herausforderungen des Wiederaufbaus und der Aufnahme von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Nach heftigen Auseinandersetzungen bei der Kreistagswahl 1947, griff schließlich das württembergisch-badische Innenministerium ein. Von Oelffen entschloss sich, bei der im Februar 1948 anstehenden Neuwahl nicht wieder für das Amt des Landrats zu kandidieren - ein turbulentes zeitgeschichtliches Szenario, wie es wohl nur unter den besonderen Bedingungen der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit denkbar war.