Hinter dem Kreisklinikum in der Gartenstraße wächst - vor den Augen der Öffentlichkeit weitgehend verborgen - ein Projekt, das die medizinische Versorgung der Menschen in Stadt und Umland in eine neue Zeit führen wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung.

Der Neubau des Klinikums wurde mit rund 58 Millionen Euro veranschlagt. Beim Rohbau hat sich eine Einsparung von fast einer Viertel Million Euro ergeben. "Aus heutiger Sicht kommen wir mit 56 bis 57 Millionen Euro hin", erläuterte Ursula Opalka, Teamleiterin des Planungsbüros Ludes, in der jüngsten Kreistagssitzung. Am 3. Juli soll Richtfest gefeiert werden.

In nur 13 Monaten seit dem Spatenstich am 21. Mai 2013 ist der Rohbau vom Bauunternehmen Leonhard Weiss hochgezogen worden. Bis zu 50 Arbeiter waren für den Rohbau eingesetzt. Zurzeit arbeiten etwas über 30 Fachleute am Rohbau und einige weitere im Tiefbau.
 




 


Bereits Mitte April beginnen die Estrichleger. Die Innenwände entstehen dann im Trockenbau. Außerdem werden Fenster und Türen eingebaut sowie die Außenfassade angebracht. Bis Ende September 2015 ist der Innenbau fertig. Nach dem Umzug der medizinischen Abteilungen und der Stationen kann der OP-Trakt abgebrochen werden: An seiner Stelle entsteht ab Dezember 2015 die neue Eingangshalle.

Das neue Klinikum wird nach den modernsten Hygienestandards ausgestattet, betonte Landrat Gerhard Bauer auf eine Anfrage von Georg Schlenvoigt. Der Crailsheimer SPD-Kreisrat hatte nach den Maßnahmen gefragt, die zur Beherrschung des Themas "multiresistente Erreger" vorgesehen sind. Bereits im laufenden Betrieb des bestehenden Klinikums werde der Hygiene größte Bedeutung beigemessen, betonte der Landrat.

Niemand muss befürchten, in Crailsheim unnötigerweise operiert zu werden, erklärte Klinikgeschäftsführer Werner Schmidt der Ilshofener Grünen-Kreisrätin Claudia Kern-Kalinke. Die Ärzte hätten keinerlei Vorgaben, möglichst viele Einnahmen bringende Operationen durchzuführen. Vielmehr habe das Klinikum mit finanziellen Abschlägen der Krankenkassen bei sogenannten Kurzliegerfällen zu kämpfen. Im Übrigen sei die "schwarze Null" im laufenden Betrieb im neuen Haus das erreichbare Ziel. An der Grundlage, dass der Kreis das Klinikgebäude wie bisher und in Zukunft kostenfrei zur Verfügung stelle, ändere sich nichts, erfuhr der Crailsheimer FDP-Kreisrat Stephen Brauer.