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Crailsheim / Julia Vogelmann  Uhr
Eine Schausteller-Truppe aus Kasachstan steckt hinter der Pferdeshow „Yakari und Kleiner Donner“. Die jungen Reiter geben Einblicke in den Tour-Alltag mit ihren Tieren.

Seit einer Woche gastiert die Pferdeshow „Yakari und Kleiner Donner“ in Crailsheim, weshalb auf dem Volksfestplatz immer wieder Indianer gesichtet werden. Hinter dem Indianerstamm steckt allerdings eine Gruppe junger Reiter aus Kasachstan, die mit ihren Reitkünsten und Tricks auf dem Pferderücken in der Manege für Begeisterung sorgen.

Abseits der Show haben Helena Khadikova, ihr Mann Tamerlan mit Tochter und Oma sowie Amanay Narynbai und Kanat Kenzeberov ihre Zelte oder besser ihre Wohnwagen in der hinteren Ecke des Platzes aufgeschlagen, gleich bei den Ställen. Auf einer kleinen Koppel sind ihre Pferde Almaz, Shaman, Sarmat, Zagraz und Bars immer in unmittelbarer Nähe. „Wir sind keine Gip­sys“, betont Tamerlan Khadikov, als er gefragt wird, wie das Leben auf Tour und im Wohnwagen so ist. Tatsächlich ist die Reitergruppe neun Monate im Jahr auf Tournee. Den Rest verbringen sie an ihren festen Wohnsitzen in Kasachstan und Prag.

Am Freitagnachmittag feiert die Pferdeshow „Yakari und Kleiner Donner“ Premiere im Zelt auf dem Volksfestplatz.

Artisten fühlen sich in Deutschland wohl

„Ich habe das Reiten bereits als Kind von meinem Vater gelernt“, erzählt Khadikov, wie er zum Kunstreiter wurde. Das Reiten und die Akrobatik auf dem Pferderücken haben in seinem Heimatland eine lange Tradition. Der 33-Jährige kommt aus einer echten Reiterfamilie. Zu der gehört auch seine Mutter, die ebenfalls zum Yakari-Indianerstamm zählt. Zwar reitet sie nicht, doch der Reiter betont: „Sie steht in der Mitte und kontrolliert die Akrobatik-Show. Ohne sie könnten wir nicht arbeiten.“

Seine Frau Helena kommt ebenfalls aus einer Zirkusfamilie, doch als die beiden sich in einem Vergnügungspark in den Niederlanden kennenlernten, stand sie als Jongleurin in der Manege. Mit dem Mann hat die 25-Jährige auch die Liebe zur Pferdeakrobatik und zum Reiten geheiratet. Zur Truppe gehört inzwischen auch die zweijährige Tochter. Vervollständigt wird der Indianerstamm durch zwei weitere Kasachen, die von einer Artistenschule dazugestoßen sind.

Überrascht waren alle Reiter, wie bekannt die Kinderserie Yakari in Deutschland ist und wie begeistert das Publikum das Thema aufnimmt. „Wir dachten, Yakari ist das Pferd“, erinnert sich Helena Khadikova an ihre erste Begegnung mit der Show. Inzwischen ist der kleine Indianer auch der Fernsehliebling ihrer Tochter, und die Eltern haben sich ins Thema eingefunden.

Indianerjunge „Yakari“ sorgt auf dem Volksfestplatz in Crailsheim für Stimmung in der ersten Reihe.

Choreografie an Show angepasst

Dabei half sicher, dass die Truppe ihre Tricks und Choreografien recht schnell an das Indianerthema anpassen musste. Nur drei Monate hatten die Reiter Zeit, sich auf die Tournee vorzubereiten. „Choreografien gab es keine. Wir sind alle Profis und haben unser Konzept an die Show angepasst“, sagt Khadikov, der den Showteil seiner Arbeit lächelnd als „Hobby“ bezeichnet. Freudig überrascht war die Truppe, die schon in ganz Europa aufgetreten ist, wie leicht zu begeistern das deutsche Publikum ist. „Man stellt hier unheimlich schnell Kontakt her zu den Zuschauern“, lobt Khadikov mit kleinem Seitenhieb auf das britische Publikum, das offensichtlich schwerer mitzureißen ist.

Auch von Crailsheim sind die jungen Artisten begeistert. Mit den Pferden wollen sie während ihres Aufenthalts hier noch die Natur in der Umgebung erkunden. Bisher hat die große Hitze das verhindert. An den Show-­Tagen durften sich die Rösser nach ihrem Auftritt im Schatten ausruhen. Normalerweise wird täglich mit den Pferden trainiert, um die Energie abzubauen, die die bewegungsfreudigen Tiere mit sich bringen. Da kam es der Truppe gerade recht, dass zwischen den Aufführungen an den Wochenenden ein paar Tage Zeit war, um zu relaxen.

Doch am Freitag geht es wieder los. Der Indianerstamm wirft sich in Montur, um Yakaris Abenteuer für die Zuschauer lebendig werden zu lassen. Über möglichst viele kleine und große Zuschauer würden sich die Artisten freuen, denn wie in allen Manegen der Welt ist ihr liebster Lohn der Applaus des Publikums.

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