Hallo liebes Crailsheim!

Im Mai war eines der größten Highlights natürlich „Prom“. Das ist das Event, bei dem sich alle Mädchen pompöse Kleider kaufen und mit ihrem „Prom Date“ durch die geschmückte Turnhalle der Schule marschieren und von jedem angefeuert werden. Alle spielen verrückt: Schon Monate davor wird gemunkelt, wer wohl mit wem zusammen zum „Prom“ geht und was für ein Kleid man gerne tragen würde. Man lässt sich die Haare und Nägel machen und schminkt sich so, dass man im Nachhinein aussieht wie eine andere Person. Und das alles nur für ein paar Stunden und ein paar hundert Bilder. Vorher trifft man sich in Grüppchen und macht sich mit seinen Freunden für den großen Abend fertig. Dort gibt es dann auch verschiedenes Essen, das von den Eltern gemacht wird und diese machen dann auch gefühlt unendlich viele Bilder aus jedem erdenklichen Winkel. Als Abschluss findet im Event Center der „after Prom“ statt. Hier wird dann getanzt und es gibt unter anderem eine Verlosung.

Graduation Party findet an einem bereits bekannten Ort statt

Das zweite große Event im Mai war meine Graduation, der Schulabschluss der 12. Klasse. Ein paar Tage vor der eigentlichen Graduation findet zu diesem Anlass ein Gottesdienst statt. Die Graduation wird dann mit einer Zeremonie gefeiert, bei der jeder – auch mir – ein Diploma überreicht bekommt. Danach feiert jeder seine Graduation Party. Fast jeder Schüler feiert seine „Grad Party“ entweder bei sich oder in einer Kirche. Man lädt dann Freunde, Familie und Bekannte ein und bereitet das Essen vor, das man gerne isst und ein Kuchen darf natürlich auch nicht fehlen.

Crailsheim/Worthington

Man bekommt Geschenke und wird zum Schulabschluss beglückwünscht. Außerdem werden Bilder, Auszeichnungen und vieles mehr ausgestellt, sodass jeder einen kleinen Einblick in die Schullaufbahn des jeweiligen Schülers werfen kann. Ich feierte meine „Grad Party“ bei den Eykyns. Das ist eine der Gastfamilien, bei der mein Papa damals gewohnt hatte und bei der auch er seine Graduation Party feierte. Mir selbst bedeutet es sehr viel, dass sie mir angeboten hatten, meine Graduation Party auch bei ihnen zu feiern.

Softball vertreibt jede Langeweile

Während meiner letzten beiden Monate verbrachte ich auch viel Zeit mit meinen in Worthington lieb gewonnenen Freunden und meiner Gastfamilie. Wir feierten Geburtstage, besuchten ein Open-Air Kino, fuhren an das Ferienhaus am See, probierten Wasserski und viele andere lustige Dinge aus. Doch auch Zuhause war immer etwas los: Mit vier jüngeren Geschwistern, mehreren Hühnern, Enten, Hunden, Babykatzen und noch mehr Haustieren war immer etwas zu tun und so wurde mir nie langweilig. Auch mit Softball, meiner letzten Sportart, die ich ausprobierte, war ich immer auf Heim- oder Auswärtsspielen unterwegs. Man kann sich unter Softball vorstellen, dass es wie Baseball für Mädchen ist – mit ein paar anderen Regeln. Hier lernte ich neue Leute kennen und schloss weitere Freundschaften.

Familie kommt zu Besuch in die USA

Nachdem Schule und Sport vorüber waren, verbrachte ich Zeit mit meiner Familie aus Deutschland. Meine Eltern kamen schon zur Graduation und so konnte ich mit ihnen das wichtige Event feiern. Anfang Juni kamen mein Bruder und mein Freund zu Besuch und wir reisten gemeinsam für zirka zwei Wochen durch die USA. Wir besuchten den Nationalpark „Yellowstone“, kamen an der berühmten Mount Rushmore Gedenkstätte vorbei und fuhren auch durch die Badlands – ein weiterer Nationalpark. Zurück in Minneapolis besuchten wir ein vierstündiges Twins Game, ein Baseballspiel zwischen Minnesota und Boston. Mit meinen Eltern flog ich außerdem noch in die Südstaaten.

Crailsheim

In meinem letzten Monat traf ich mich nochmals mit all meinen Freunden, besuchte ein fünftägiges Jugendevent mit über 22.000 Jugendlichen aus 19 verschiedenen Ländern in Minneapolis und machte einen Kurztrip mit zwei meiner Gastbrüder und meiner Gastmutter nach Duluth. Dort bin ich bis zur kanadischen Grenze gefahren.

Das Ende eines Abenteuers ist der Beginn eines neuen

Nun bin ich schon seit fast einem Monat wieder zurück in Crailsheim und kann kaum glauben, wie schnell das alles vorbeigegangen ist. Manchmal muss ich immer noch zweimal darüber nachdenken, um zu realisieren, dass mein größter Traum doch wirklich in Erfüllung gegangen ist. Nun ist mein Abenteuer zu Ende, doch das Abenteuer für Mariah Hennings, der neuen Austauschschülerin aus Worthington, hat gerade erst begonnen.

Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mich über das Jahr hinweg unterstützt haben. Ich weiß nicht, wie ich das, was ich alles erlebt habe, jemals an all die Menschen zurückgeben kann, die mir dieses Jahr ermöglicht haben. Ich bedanke mich bei den Komitees in Crailsheim und Worthington für die Unterstützung, bei meinen Eltern und meiner Familie, die mir immer zur Seite standen, bei all meinen Freunden und Bekannten.

Nun grüßt euch Liss Marie Huß,

diesmal aus dem sonnigen Crailsheim.

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