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Crailsheim / Ute Schäfer  Uhr
Die Crailsheimerin Liss Huss ist noch bis Juli als Austauschschülerin in Worthington. Im Interview mit uns spricht sie über ihre Zeit in den USA.

Liss Huss aus Crailsheim hat ihre Zeit an der Highschool in Worthington fast hinter sich. Der berühmte „Prom“, also der Abschlussball, war ein besonders beeindruckendes Erlebnis, erzählt sie im Interview.

Wie hat Ihr Tag heute begonnen?

Liss Huss: Ganz normal. Weil ich später Schule hatte, habe ich mir meinen Wecker selber gestellt. Aber meine Gastmutter hat trotzdem darauf geachtet, dass ich pünktlich aufstehe. Mein Gastbruder hatte auch später Schule. Deshalb haben wir gemeinsam gefrühstückt. Dann hat er mich mit dem Auto in die Schule mitgenommen. Er ist zwar erst 15, aber er hat eine spezielle Erlaubnis und darf schon Auto fahren.

Wo sind Sie gerade?

Ich bin in der Schule, ich habe gerade Mittagspause.

Was für einen Unterricht hatten Sie?

Gerade hatte ich „Band“ – ich spiele in der Marching Band der Schule.

Welches Instrument?

Schlagzeug. Meistens die – ich weiß den deutschen Namen schon gar nicht mehr – die Cymbals. Das Becken?

Wie geht es Ihnen in Worthington? Haben Sie Heimweh?

Mir geht es gut, ich bin in Worthington und in den Gastfamilien toll aufgenommen worden. Heimweh habe ich eigentlich nicht – am Anfang vielleicht, bis ich mich eingewöhnt hatte. Aber ich vermisse natürlich meine Familie und meine Freunde – aber sie kommen mich bald hier besuchen.

Schüleraustausch mit Worthington Liebe Grüße aus der zweiten Heimat

Die Crailsheimer Austauschschülerin Liss Marie Huß ist seit dem 9. August in Worthington und schickt ihren ersten Brief.

Ihre Highschoolzeit ist nun fast vorbei.

Ja, das Schuljahr endet am 24. Mai. Wir hatten am letzten Samstag die Prom, den Abschlussball.Bälle, das muss man erklären, haben in den USA einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland. Die „Prom“ ist mit dem Abiball deshalb nicht zu vergleichen. Ja, die Prom war ein tolles Event. Meine Freundinnen haben sich wochenlang darauf gefreut. Am Tag selbst haben wir uns getroffen, um uns schick zu machen. Dann ist ein Chauffeur gekommen und hat uns in die Turnhalle gebracht. Dort läuft dann jedes Paar durch die Halle und wird beklatscht. Dann fährt man weiter und bekommt ein festliches Dinner, dann wird getanzt. Und immer wieder werden unendlich viele Fotos gemacht.

Was war denn Ihr tollstes Erlebnis?

Schwierig zu sagen. Eine Reise nach Denver, Colorado, die ich mit einer Gastfamilie machen durfte, war toll. Wir haben dort auch Laura und Sarah McCarthy getroffen, die Töchter von Martha McCarthy, die mit ihrer Mutter Theodora Cashel die Partnerschaft begründet hat. Sie grüßen Crailsheim herzlich. Sarah war ja erst vorletztes Jahr in Crailsheim, Laura hat sich fest vorgenommen, bei der nächsten Bürgerreise auch mitzukommen.

Was gibt es Neues, was ist Gesprächsstoff in Worthington?

Die Leute reden immer noch über den schlimmen Winter, und der ist auch noch gar nicht richtig vorbei. Jetzt haben sie wieder Schnee gemeldet. Aber als es ganz kalt war, hatten wir minus 33 Grad. So kalt ist es wohl sehr selten. An insgesamt 15 Tagen konnten wir nicht in die Schule gehen. Wir hatten auch Stromausfall, weil ein Eissturm die Strommasten gekippt hat. Es ist selbst jetzt noch nicht warm, und für die nächsten Tage ist wieder Schnee gemeldet.

Das Motto der Abiturienten am Lise-Meitner-Gymnasium und die Grußworte des Schulleiters hatten ein gemeinsames Thema.

Dass solche Wetterextreme auch mit dem Klimawandel zu tun haben könnten, wird das in den USA wahrgenommen?

Eher nicht. Manche reden da­rüber, aber insgesamt ist den Leuten der Umweltschutz ziemlich egal. Ich bin zum Beispiel immer ganz entsetzt, wie viele Plastiktüten verwendet werden. An der Supermarktkasse packt ja immer jemand die Lebensmittel ein. Und da bekommt jede Tüte Chips eine eigene Plastiktüte.

Wann geht‘s wieder zurück nach Crailsheim?

Mitte Juli.

Freuen Sie sich, wieder zurück nach Crailsheim zu kommen?

Ja und nein. Die Tage hier vergehen immer schneller und irgendwie werden sie auch immer besser. Ich bin sicher, dass ich irgendwann hierher zurückkommen werde. Vielleicht nicht, um für immer hier zu leben, dafür ist in Worthington einfach nicht genug los. Es ist ja nur eine ziemlich kleine Stadt. Aber ich komme sicher zurück, um meine Freunde zu besuchen.

Wann ist Ihre Mittagspause vorbei?

In zehn Minuten.

Dann aber los und noch eine gute Zeit. Vielen Dank für das Interview!

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