Die Besitzer von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen können sich freuen. Der heimische Wohnungsmarkt dürfte sich in den kommenden Jahren weiter sehr stabil entwickeln und Immobilienbesitzern kräftige Kapitalzuwächse bescheren. Denn der Raum Crailsheim gehört laut dem Immobilien Atlas zu den Kommunen, deren Wohnungsmarkt nicht nur momentan attraktiv ist, sondern auch künftig gefragt sein wird.

Kaufpreise ziehen weiter an

Für die Statistik der Top-100- Wohnräume in 23 Regionen wurde auf die Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) zurückgegriffen. Die Städte mit den im Durchschnitt besten Zahlen entwickeln sich laut BBSR sehr dynamisch. Der Nordosten Baden-Württembergs gehört dabei mit zu den Teilen der Republik, in denen die attraktivsten Immobilienmärkte zu finden sind.

Im zehnten Jahr des Immobilienbooms steigen die Preise und Mieten weiter. Denn nach wie vor lassen die niedrigen Zinsen Anlegern nur wenige Alternativen, ihr Geld zu investieren. Dabei sind die Kaufpreise für Wohneigentum in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich schneller gestiegen als die Einkommen. Schon heute muss, wer 100 Quadratmeter Wohnraum kaufen möchte, im Schnitt 400.000 Euro aufbringen. Um sich eine solche Immobilie zu leisten, müssen die Käufer, die 100.000 Euro Eigenkapital mitbringen, rund 300.000 Euro Kredit über 30 Jahre lang monatlich mit über 1100 Euro tilgen. Kaufnebenkosten, Steuern und laufende Kosten noch nicht eingerechnet. Zahlen, die deutlich machen, dass ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung trotz niedriger Zinsen nicht für jedermann bezahlbar ist.

„Dass weniger Wohnraum entsteht, als gebraucht wird, hängt auch damit zusammen, dass sich in jüngerer Zeit die Entwickler wieder mehr auf Büros konzentrieren“, weiß Wolfgang Speer, Leiter des Geschäftsfelds Büros beim Immobiliendienstleister Colliers: „Das verschärft das Problem des mangelnden Wohnraums noch weiter. Zwar wird in kleineren Städten wie Crailsheim noch mehr in Wohnungen investiert, aber auch hier könnte sich der Trend umkehren.“ Abgesehen davon ist die Stimmung am Markt gut.

Auch die Sorge um ein Ende des Wirtschaftsbooms, die in anderen Regionen der Immobilienbranche bereits einiges an Kopfzerbrechen bereitet, hat noch nicht auf den Markt durchgeschlagen. Auch andere negative Einflüsse, wie etwa plötzlich steigende Zinsen, sind nicht erkennbar. Und so sind in Crailsheim die perspektivisch angelegten Veränderungen des Marktes ebenfalls zu spüren. Hintergrund ist die gute wirtschaftliche Entwicklung des Raumes in den zurückliegenden Jahren. Das Institut der deutschen Wirtschaft wollte wissen, wo die Zahl der Jobs zuletzt kräftig anstieg, die Mieten aber noch erträglich sind. Die statistische Antwort: im Landkreis Schwäbisch Hall.

In Crailsheim sind dabei die Immobilien im Schnitt noch günstiger als in Schwäbisch Hall. Nur neue Eigentumswohnungen liegen aktuell in der „Jagstmetropole“ schon über dem Durchschnitt. Aktuelle Angebote liegen zwischen 2900 und 4100 Euro pro Quadratmeter. Doch damit ist Crailsheim noch immer „das günstigste Pflaster“ im Vergleich zu Tübingen, Reutlingen, Sindelfingen, Ludwigsburg, Waiblingen, Backnang, Heilbronn und Bad Rappenau. Doch hat die allgemeine Entwicklung auf dem Immobiliensektor auch auf Crailsheim durchgeschlagen. Laut LBS-Preisspiegel weist die zweitgrößte Stadt im Landkreis mittlerweile die höchsten Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr aus. Sprich: Der Immobilienboom hat nun auch die Stadt erfasst.

Kirchberg

Gute Lage am Arbeitsmarkt

Der Hintergrund: Am Arbeitsmarkt wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zuletzt überdurchschnittlich; laut BBSR in den vergangenen Jahren prozentual sogar stärker als in Stuttgart oder Schwäbisch Hall. Auch der Zuzug fällt kräftig aus. Mehr Einwohner sorgen letztlich dann auch für mehr Bewegung auf dem Immobilienmarkt. Die Stadt hat zuletzt einiges getan, um der Entwicklung zu begegnen. Aktuell weist Crailsheim in nicht weniger als sieben Ortsteilen Baugebiete aus: für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser. Von den 155 Bauplätzen sind bereits gut zwei Drittel verkauft oder reserviert.

Und so sieht auch der Postbank Wohnatlas beste Zukunftschancen, denn im Landkreis sind die Preise den Mieten noch nicht so weit enteilt. So macht der Kaufpreis bei Bestandsimmobilien in etwa das 21,4-fache der Jahreskaltmiete aus. Bundesweit ein eher unterdurchschnittlicher Wert. Zugleich erwarten die Experten bis ins Jahr 2030 eine Wertsteigerung von mehr als einem Prozent pro Jahr.

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Das BBSR wertet für alle deutschen Kommunen folgende Faktoren aus: Einwohner, Zahl der Einwohner im erwerbsfähigen Alter, Saldo von Zu- und Fortzügen,  sozialversicherungspflichtige Stellen, Arbeitslosenquote sowie Gewerbesteuereinnahmen.

Für Crailsheim wurde für eine Immobilie ein durchschnittlicher Kaufpreis von rund 2110 Euro je Quadratmeter ermittelt. Die durchschnittliche Miete liegt bei 7,45 Euro / Quadratmeter.

Knappheit:  Für den Raum Crailsheim wird ein statistischer Wert von 107 angegeben. Werte unter der Marke von 100 signalisieren, dass Wohnraum auch künftig eher knapp bleibt oder knapp werden wird. Bei einem Wert über 100 wird erwartet, dass vielleicht zu viel gebaut wird.