Crailsheim / Julia Vogelmann  Uhr
Mit zwei Partys im Festzelt, einem Draisradrennen und einem Festumzug durch das Dorf gingen am Wochenende die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des SV Westgartshausen zu Ende.

Wer ein halbes Jahrhundert sportlich unterwegs ist, der hat ordentlich Kondition, um dieses Jubiläum dann auch entsprechend zu feiern. Nicht anders ist es zu erklären, dass die „Moles“ aus Westgartshausen fast anderthalb Wochen feierten, was im Jahr 1969 bei der Gründung des Sportvereins begann.

Am letzten Wochenende der Feierlichkeiten hatte sich der SV Westgartshausen außerdem vorgenommen, das große Festzelt neben dem Sportplatz noch einmal so richtig auszunutzen. Den Anfang machte am Freitag ein Auftritt der „Gräni Gang“, bevor am Samstag die „Münchner Zwietracht“ Stimmung in die Bude brachte. Die Gäste aus der bayerischen Hauptstadt brachten Wiesn-Atmosphäre in das voll besetzte Festzelt und neben dem einschlägigen Fußballtrikot waren Lederhosen und Dirndl die Garderobe der Wahl.

Die Bekleidung sah am Sonntagfrüh schon etwas weniger folkloristisch aus und manche SV-Mitglieder und ihre Freunde erkannte man an den Sonnenbrillen und den etwas heiseren Stimmen ...

Nach dem ökumenischen Gottesdienst fiel der Startschuss für das erste Draisradrennen durch das Dorf. Drei Runden mit jeweils einem Kilometer mussten die 28 Teilnehmer bewältigen. „Die Strecke ist ziemlich genau so lang wie die beim Volksfest, minus den TC-Buckel“, wusste Ortsvorsteher Hermann Wagner zu berichten, der standesgemäß mit Zylinder und weißem Hemd zum Rennen antrat.

Zwar musste die Fahrer keinen steilen Berg hochschnaufen, sie hatten jedoch mit großer Hitze und schnellen Passagen auf der Strecke zu kämpfen, was das Feld bereits in der ersten Runde auseinanderzog. Ein heißes Rennen lieferten sich die späteren Sieger, die sich über die drei Runden immer wieder mit der Führung abwechselten.

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Beim Festakt zu seinem 50-jährigen Bestehen hat der SV Westgartshausen Gerhard Steiner zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Fliegender Wechsel

Am Ende stand Julian Ferchow als Sieger vor Lukas Popp und René Kubat fest. Damit standen gleich drei Westgartshausener Fahrer auf dem Treppchen. „Gestern waren schon alle dabei auf der genialen Party im Festzelt, um dann praktisch unmittelbar danach am Draisradrennen teilzunehmen“, lobte Kommentator Arno Ferchow das Durchhaltevermögen der Rennfahrer. Kondition brauchten sie auch, denn sofort nach dem Rennen zogen sie weiter, um sich dem Festzug durch Westgartshausen anzuschließen.

„Der kann nicht lang sein, das geht schnell“, erklang noch der Kommentar einer erwartungsfrohen Zuschauerin am Straßenrand, die dann eines Besseren belehrt wurde: 29 Gruppen hatten sich zum Umzug eingefunden. Darunter waren nicht nur Gäste aus Crailsheim wie die Jugendstadtkapelle und die Majoretten, sondern auch die Besitzer von Oldtimern. Dazu hatten sich natürlich sämtliche Gruppen und Vereine des Ortsteils eingefunden, wie etwa der Sängerbund, die Pferdefreunde, die Feuerwehr oder die Kirchengemeinde.

Im Mittelpunkt stand aber der Sportverein mit seinen Abteilungen, die im Laufe von 50 Jahren entstanden sind. Egal, ob Tennis oder Tischtennis, Turnen oder Boule – jede Abteilung steuerte einen Wagen oder eine Laufgruppe bei.

Der ehemalige Häckselplatz bei Westgartshausen zählt zum Crailsheimer Stadtbienenprojekt.

Woher der Name „Moles“ kommt

Besonders viel Mühe hatten sich natürlich die Fußballer gegeben. Sie blickten zurück auf die Geschichte des Vereins, begrüßten Gründungs- und Ehrenmitglieder und ließen das Maulwurf-Problem auf dem Sportplatz, das zum Namen „Moles“ geführt hat, noch einmal humorvoll Revue passieren.

Natürlich durfte auch die andauernde Dorfpokal-Konkurrenz zwischen Dorf und Siedlung nicht fehlen, die an diesem Sonntag ausnahmsweise einmal nicht auf dem Fußballplatz, sondern auf dem Festwagen ausgetragen wurde. Dazu gab es in vielen Hauseinfahrten in Westgartshausen improvisierte Biergärten und kleine Bars, die die durstigen Akteure mit Schatten und Getränken versorgten. Danach traf sich das ganze Dorf im Festzelt, wo es mit Musik weiterging bis zum Abend. Mit einem Ballonglühen in der Dämmerung gingen die Feierlichkeiten zu Ende.

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