Westgartshausen / Luca Schmidt Jahrelang gab es für Laufrad-Anhänger nur einen Höhepunkt: das Rennen am Volksfest. Das ändert sich heuer: Auch in Westgartshausen wird nun gefahren - und fleißig trainiert.

Ein Draisrad zu fahren, sieht nicht allzu schwer aus – und das ist es auch nicht. Ein Draisrad aber schnell zu fahren und das über einige Kilometer, das ist schon bedeutend schwerer. Deshalb muss trainiert werden, so wie in Westgartshausen. Dort treffen sich regelmäßig 15 bis 20 Anhänger des Laufrad-Sports, um sich fit zu halten und für Wettbewerbe zu trainieren – normalerweise für das Crailsheimer Volksfest. In diesem Jahr starten die Teilnehmer der Trainingsgruppe aber bereits früher: bei einem Rennen in Westgartshausen, das zum 50-jährigen Bestehen des Sportvereins ausgetragen wird.

Ausdauer ist entscheidend

Wie das mit dem schnellen Fahren am besten funktioniert, das wissen René Kubat und Lukas Popp. „Wichtig ist zunächst mal die Motivation“, erklärt Popp. Darüber hinaus schade es nicht, wenn man bereits vorher sportlich aktiv war. Die meisten erfolgreichen Draisradfahrer seien Triathleten, Radfahrer oder Fußballer, sagt Kubat. Die Grundausdauer sei entscheidend.

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Auf die richtige Technik kommt es aber ebenfalls an – und hier gibt es deutliche Unterschiede. Um möglichst viel Geschwindigkeit aufzubauen, versuchen einige, sich tief auf Rad zu setzen, möglichst viel Druck auf das Vorderrad zu bringen und sich kraftvoll mit den Füßen nach hinten abzustoßen. Es geht aber auch anders: René Kubat zum Beispiel sitzt etwas aufrechter und versucht, mit gleichmäßigen Bewegungen Schwung aufzubauen – und das klappt. Kubat belegte vergangenes Jahr beim Volksfest den fünften Platz, Lukas Popp wurde Vierter.

Und aus vorderen Platzierungen beim Rennen ergeben sich gleich mehrere Vorteile: Zum einen dürfen die ersten zehn im Folgejahr aus der ersten Reihe starten – und müssen das Teilnehmerfeld dadurch nicht mühsam überholen, zumal es bei Überhol-Manövern leicht zu Stürzen kommen kann.

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Zusätzlich bekommen die besser Platzierten für das Folgejahr im Normalfall ein besseres Draisrad. Denn auch hier gibt es große Unterschiede. So ist der Lenker zum Beispiel direkt mit dem Vorderrad verbunden. Das macht sie instabiler, bei hohem Tempo fangen sie an zu wackeln. Man erkennt die älteren Räder meist an der dunkleren Farbe. Gefertigt werden die neuen Draisräder von Schreiner Wolfgang Frank aus Stimpfach. Der produziert rund zwei Räder im Jahr, die dann an den TSV Crailsheim gehen und an die Athleten zum Trainieren verteilt werden.

„Das Rennen in Westgartshausen wird in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet“, sagt Arno Ferchow. Er ist selbst rund 25 Jahre lang Draisrad gefahren und gibt seit einigen Jahren den Strecken- Sprecher beim Volksfest-Rennen.

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Forstmeister Drais hat’s erfunden

Erfunden wurde das Laufrad 1817 vom badischen Forstmeister Freiherr CarI Drais aus Sauerbronn. Um das Rad zu testen, unternahm er eine Testfahrt über 15 Kilometer von Mannheim nach Schwetzingen. Das Laufrad gilt auch als Vorgänger des Fahrrads. Das erste Rennen in Crailsheim wurde 1973 veranstaltet. Wer beim Draisradrennen in Westgartshausen am Sonntag, 30.Juni, um 10.45 Uhr mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an telekub@gmx.de anmelden. luc

Info Wer Interesse am Draisradtraining hat, kann sich bei René Kubat per E-Mail an telekub@gmx.de melden.