Am Donnerstag parkt Margitta Plakinger aus Altenmünster gegen 16.45 Uhr auf dem Crailsheimer Volksfestplatz. Sie möchte von dort aus zu Fuß in die Stadt - auf ihrem Weg dorthin macht sie aber die Begegnung mit einem ungewöhnlichen Wetterphänomen, wie sie uns in ihrem Erfahrungsbericht mitteilt: „Auf dem Weg zur Ampel schrien ein paar junge Männer, die draußen am Imbiss saßen, ganz aufgeregt mehrmals „Schau mal!“. Ich drehte mich um und was sah ich? Ein Wirbelsturm war im vollem Gange direkt dort, wo ich zuvor in Betracht gezogen hatte lang zu gehen. Sofort holte ich mein Handy aus der Tasche und machte ganz aufgeregt die Bilder!“

Laut Plakinger zog der Sturm danach, von mehreren Anwesenden betrachtet, weiter zum Imbiss - weshalb einige dort aufsprangen - flog aber darüber hinweg, in ihre Richtung. „Mit meinen Augen auf die Ampel und zugleich auch auf den Wirbelsturm hoffte ich, dass die Ampel gleich grün wird, damit ich die Flucht ergreifen kann“, so Plakinger. Als der Sturm - der laut der Altenmünsterin Blätter hochwirbelte - kurz vor ihr angekommen war, zog er allerdings seine letzten Kreise am Boden und verschwand.

„Zuerst war ich erschrocken, dann fasziniert und dann doch ängstlich“, meint Margitta Plakinger. „So etwas sieht man nicht alle Tage! Ich denke, dass alle, die dieses Schauspiel mitbeobachtet haben, genauso aufgeregt waren wie ich!“

War der Sturm eine Kleintrombe?

Den Fotos zufolge könnte der Sturm eine sogenannte Kleintrombe gewesen sein, unter anderem auch Staubteufel und Sandteufel genannt. Eine Kleintrombe kann entstehen, wenn die Atmosphäre in Bodennähe überhitzt ist und für thermischen Aufwind sorgt. Ein Staubteufel kann zwischen wenigen Sekunden bis zu rund einer halben Stunde andauern und in Extremfällen Orkanstärke erreichen.

So schlimm wurde es am Donnerstag aber lange nicht, wenngleich es doch nicht abwegig erscheint, dass man ein solches für Deutschland ungewöhnliches Wetterphänomen zum Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle beobachten konnte. Denn wenn schon Sahara-Luft nach Deutschland kommt, warum nicht auch Sahara-typische Sand- (oder hierzulande eher Staub) stürme?

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