All das Vergnügen, die Leidenschaft und Verbundenheit, die Crailsheimer und Gäste während der vier Tage erfüllt, an denen das Fränkische Volksfest auf dem Volksfestplatz gefeiert wird, passt im Büro von Susanne Kröper-Vogt in drei dicke Aktenordner. Die Ressortleiterin Soziales und Kultur bei der Stadt Crailsheim ist Platzmeisterin und damit verantwortlich dafür, dass der Platz, der das ganze Jahr über vor allem zum Parken genutzt wird, an diesen vier wichtigen Tagen im Jahr seinem Namen alle Ehre macht.

Die Vorbereitungen für das Fest der Feste in Crailsheim beginnen stets schon ein Jahr zuvor. Aus 700 Bewerbungen werden nach einem Kriterienkatalog die Schausteller ausgewählt, die einen der begehrten Plätze bekommen. 85 Zusagen gab es für dieses Jahr. „Wir haben etwa 80 Prozent Stammbeschicker und 20 Prozent Neue“, berichtet die Ressortleiterin. „Es ist wichtig, dass die Stammbeschicker ihren alten Standort wieder bekommen. Denn die Leute kommen auf den Festplatz und wissen genau, wo sie ihre Brezeln oder Süßigkeiten kaufen.“ Fehlt mal einer der Alteingesessenen, wird gleich nachgefragt.

Hört ein Stammbeschicker auf, bekommt ein neuer Schausteller den frei gewordenen Platz. „Wer einmal da war, will wieder kommen, denn in Crailsheim geht was. Da machen die Schausteller ein gutes Geschäft.“ Neben dem Verdienst schätzten die Schausteller die gute Stimmung auf dem Festplatz und in der Stadt, weiß Kröper-Vogt, die schon im Alter von sechs Monaten über den Volksfestplatz getragen wurde und das Fest von klein auf kennt und schätzt: „Die Leute sind freundlich, die Kinder bekommen Volksfestgeld, selbst die Schaufenster der Geschäfte in der Innenstadt sind dekoriert. All das macht das Volksfest aus.“

Beim Volksfest sind einige neue Attraktionen am Start

Neben all der Tradition und der damit verbundenen Nostalgie gibt es jedes Jahr Neues zu entdecken. In diesem Jahr ist erstmals „Mr. Gravity“ in Crailsheim, ein Themenkarussell mit Drehscheibe. Neu sind auch „Spuk“, eine Kombination aus Geisterbahn und Achterbahn, der Glas­irrgarten „Walk of Fame“ und das Spaßhaus „Rio“. „Der Superknüller in diesem Jahr ist ‚Infinity‘, ein Überkopf-Karussell, das 65 Meter hoch ist und Geschwindigkeiten von 125 Stundenkilometern erzielt“, berichtet Kröper-Vogt. Im Spielgerät „Ramba Samba“ – auch das ist heuer zum ersten Mal da – kann man mit Minions werfen.

Bei der Planung muss die Platzmeisterin auch die Begleitfahrzeuge mit berücksichtigen. Die Schausteller reisen nicht nur mit ihrem Stand, sondern auch mit Wohnwagen, manche mit Kühlwagen und Mannschaftswagen an. Alle benötigen Strom und Wasser. „Von den Stadtwerken über den Baubetriebshof bis hin zur Müllentsorgung muss alles zusammenpassen“, sagt Kröper-Vogt. „Das ist kein einfaches Spiel, aber ein spannendes.“ Und rund um den Festplatz gibt es auch noch einiges zu organisieren: den Marktbereich, die Ausstellungen, den Festzug und vieles mehr.

„Der schönste Moment ist für mich, wenn am Freitag um 14 Uhr die Musik anfängt zu spielen, die Rollläden an den Ständen hochgezogen werden und das Fest beginnt“, sagt Susanne Kröper-Vogt. Denn trotz der vielen Arbeitsstunden, die sie zuvor investiert hat und der Dienstpflicht am Fest, kann sie das Volksfest auch immer noch als Crailsheimerin genießen. „Es ist schön, einen Teil zum Fest beizutragen.“

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