Crailsheim / Oliver Färber  Uhr
Doppeltes Pech hat der Verein Adieu Tristesse mit seinem neuen Festival-Format „Rollin’ Rocks“. Statt dem Steinbruch bebt kurzfristig der Crailsheimer Baubetriebshof beim Hangar – bis es stürmt.

Direkt neben der Bühne auf der großen Fläche des Crailsheimer Baubetriebshofs wächst am Freitagabend eine Flamme in einer Blechwanne immer weiter. Harald Haas, Vorsitzender des Vereins Adieu Tristesse, hat das Feuer gerade eben entzündet. Es schafft zusätzliches Flair auf dem im Alltag eher karg wirkenden Gelände. Haas macht keinen Hehl daraus, dass er natürlich das Festival im neuen Format gerne dort hätte steigen lassen, wo es ursprünglich geplant war – und weswegen es auch den Namen „Rollin’ Rocks“ bekommen hatte: am Fallteich im Steinbruch am Crailsheimer Ortsausgang in Richtung Satteldorf.

Rollin‘ Rocks Festival Musik und Feiern auf dem Baubetriebshof

„Es ist halt schlecht, dass wir bei Beantragung zuerst ein Okay für den Standort bekommen haben, aber vor zehn Tagen die Genehmigung zurückgezogen wurde“, findet er. Das sei sehr kurzfristig gewesen, weil er auch noch in Urlaub gewesen sei und darauf hin nur mit großem Mailverkehr die Veranstaltung retten konnte. „Da sind wir froh, dass uns der Baubetriebshof so unterstützt hat“, lobt er das Engagement.

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Umzug kostet Besucher

Er glaubt aber, dass der Umzug dem Festival doch den einen oder anderen Besucher gekostet hat. „Es war halt auch schwierig, weil etliche erst einmal länger nicht wussten, wo es stattfindet oder überhaupt“, so Haas. Und der Steinbruch hätte eben ein anderes Flair gehabt. „Der Standort wäre wirklich reizvoller gewesen“, gibt er zu. Und dann sei da noch das parallel laufende Taubertal-Festival.

Aber immerhin sind bis 20.30 Uhr schon 140 Besucher auf dem weiträumigen Gelände, auf dem sie sich sehr gut verteilen. „Da sind wir doch zufrieden“, lautet der Kommentar des Vorsitzenden. Gerade stärken sich die Gäste mit Speis und Trank.

Jubel für erste Band

Vorne auf der Bühne ist gerade Umbaupause. Die erste Gruppe, The Kaams aus Bergamo, hat bereits nach viel Applaus und Jubel ihren letzten Song gespielt. „Die waren echt spitze. Aber ich warte mehr auf Fox and Bones“, gibt Sarah Laichinger zu. Dass der Auftritt des Paares aus dem amerikanischen Portland im Bundesstaat Oregon fast am Wetter scheitert, weiß sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Sie unterhält sich bei einem Glas Wein gemütlich an einem Stehtisch mit ihrer Freundin. Andere Besucher ruhen sich auf den besonderen Holzstühlen aus.

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Bis es laut wird. James Leg kommen auf die Bühne. Sänger John Wesley Myers, der auch als Bassist und Keyboarder Mitglied von Black Diamond Heaviers ist, eine Rockröhre zu nennen, ist sicher nicht falsch. Seine schwer rauchige Stimme, dazu der Klang von Orgeln, Mundharmonika und Schlagzeug – das zieht die Musikfans vor die Bühne und jedes Lied wird mit viel Applaus bedacht.

Doch dann kommt das, was vom Deutschen Wetterdienst schon vorher verkündet wurde: Eine Gewitterfront fegt mit Starkregen über Hohenlohe hinweg. Etliche Gäste treten den Heimweg an. Doch die Fans von Fox and Bones kommen noch in den Genuss der Musik des Duos Sarah Vitort und Scott Gillmorge. Die Amerikaner treten kurzerhand vor einem Kern Hartgesottener im Backstagebereich auf.

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