„Wir vom HT werden diese Halle so lange zum Thema machen, bis sie eingeweiht werden kann“, versicherte Andreas Harthan den Kandidaten und den Gästen gleichermaßen.

In seiner Vision für Crailsheim im Jahr 2030 hatte Gerhard Neidlein (CDU) von einem in drei Teile gegliederten Multifunktionshaus mit bis zu 4000 Sitzplätzen gesprochen. In der Diskussion verwies er auf einen von ihm bereits vor zehn Jahren gestellten Antrag zum Hallenbau. Gleichzeitig aber nannte er die Vorstellung, alle Wünsche erfüllen zu können, eine Illusion. Das Ganze sei in jedem Fall eine Riesen-Herausforderung.

„Problem der Merlins“

Sebastian Klunker (AWV) sprach von der Notwendigkeit eines Nutzungs- und Betreiberkonzeptes: „Was soll stattfinden in dieser Halle, was wird gebraucht?“ Es gehe nicht an, eine Halle zu bauen, die 25 Mal im Jahr genutzt werde, wenn sogar zu 80 Prozent ausgelastete Hallen rote Zahlen schrieben. Eine Halle könne kaum kostendeckend geführt werden; entscheidend sei deshalb die Akzeptanz in der Bürgerschaft.

Als „Merlins-Mann“ sprach er später von einem Riesen-Problem: Auf eigene Kosten müssten fürs Training der Jugendmannschaften Hallen angemietet werden. Ein Ersatz für Jahn- und Kistenwiesenhalle werde dringend benötigt, nicht nur von den Merlins, von allen Vereinen. Auch die Entscheidung für die Halle in Jagstheim sei richtig gewesen.

Viel zu lange schon werde diskutiert, fand Gernot Mitsch (SPD). Die Stadt brauche eine Stadthalle für Kulturveranstaltungen, aber auch für Begegnungen. „Wir rühmen uns, Kulturstadt zu sein, es wird wirklich Zeit, dem gerecht zu werden.“ So viele andere Städte seien froh und stolz auf ihre Hallen.

Für Markus Schmidt (Grüne) fehlt „die visionäre Kraft“, ein Betreiberkonzept sowieso. Er ist kein Befürworter der Stadthalle: „Kultur muss nicht zwingend mit einer Halle in Verbindung stehen“, sagte er, es gebe auch jetzt schon Räume wie den Hangar. Ein solcher Bau könnte die Entwicklung anderer Kulturformen gar verhindern, und nicht zuletzt verwies er auf den zu erwartenden jährlichen Abmangel.

Zwei Herzenswünsche habe die Stadt heute: Stadthalle und Sporthalle, sagte Peter Gansky (BLC). Auch er sah die Kultur im Wandel und gab der dreiteiligen Sporthalle den Vorzug – freilich „nur, wenn es dafür einen eindeutigen Bürgerentscheid gibt“.

Offenbar wurden alle Crailsheimerinnen und Crailsheimer, die sich am Sonntag zur Wahl stellen, in einem Schreiben der Merlins gefragt, wie sie zum Verein stehen, ob sie den Verein unterstützen würden; das kam nicht überall gut an. Beim Wahlforum bekannten sich alle Kandidaten zu den Merlins. Unter anderem Neidlein sprach von den enormen Leistungen des Vereins etwa im Jugendbereich. Im Profibereich aber agierten die Merlins als Firma, „und Crailsheim kann nicht jede Firma unterstützen“.

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