Der Eichenprozessionsspinner hat sich in diesem Jahr extrem ausgebreitet. Kaum eine Eiche in der Region ist von den Raupen des Nachtfalters verschont geblieben. „In Crailsheim haben wir ihn überall, wo es Eichen gibt“, sagt Ulrich Winnacker von der Stadtverwaltung.

Da es heuer so viele Raupen gibt, die nicht nur erhebliche Fraßschäden an den Bäumen anrichten, sondern auch eine Gefahr für Menschen darstellen, hat die Stadt Crailsheim eine Firma engagiert, die den Baubetriebshof bei der Bekämpfung der Raupen und der Beseitigung ihrer Gespinstnester unterstützt.

Am Schönebürgspielplatz und am Waldjugendzeltplatz Schönebürg saugen die Baumpfleger Jens Tauras und Simon Wollmershäuser aus Kirchberg mit einem sogenannten Asbestsauger mit spezieller Filteranlage, die die feinen Gifthärchen der Raupen zurückhält, die Raupen und Nester von den Stämmen und Ästen.

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„Das ist eine Sache von wenigen Minuten“, erklärt Jens Tauras, während er seinen Schutzanzug sorgfältig verschließt. Den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen will er unbedingt vermeiden. „Das juckt und brennt sonst“, sagt er und verklebt die Übergänge vom Ärmel zum Schutzhandschuh zusätzlich mit Klebeband. Sollte er doch einmal in Kontakt mit den feinen, fürs Auge unsichtbaren Härchen kommen, hat er eine Salbe dabei.

Mit einem Hubsteiger fährt der Baumpfleger bis in die Kronen der hochstämmigen Eichen, die sich um die Waldlichtung gruppieren. Als Erstes fixiert er die Nester mit einem Sprühkleber, dann saugt er sie ein. „Die Filterbeutel werden anschließend in einem geschlossenen Container gesammelt und kommen dann in die Verbrennung“, erklärt Simon Wollmershäuser, der seinem Kollegen vom Boden aus assistiert.

Viele der Gespinstnester kann man schon von unten aus erkennen. Sie befinden sich häufig auf Höhe der ersten großen Quer­äste einer Eiche. „Den Rest sieht man dann, wenn man oben am Baum ist“, sagt Tauras. „Häufig gibt es mehrere Nester an einem Baum.“

Die Raupen sind bereits verpuppt, in Kürze werden die Schmetterlinge schlüpfen. Doch auch wenn die Falter ausgeschwärmt sind, bleiben die Gespinstnester am Baum – und mit ihnen die gefährlichen Härchen, die an den Larvenhäuten hängen, welche sich in den Nestern ansammeln.

„Manchmal fällt so ein Nest vom Baum, das sollte man niemals anfassen“, warnt Ulrich Winnacker. Um die Bürger zu schützen, saugen die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs schon seit Wochen Raupen und Nester von Eichenbäumen. „Kindergärten, Schulen und Spielplätze haben oberste Priorität“, erklärt Winnacker. Als Nächstes wurden die Bäume rund um die Festplätze gesäubert, damit am Wochenende überall ungestört gefeiert werden kann. „Meist reicht eine Behandlung nicht aus. Viele Bäume saugen wir ein zweites oder gar ein drittes Mal ab. Der Befall ist so massiv, dass wir kaum nachkommen.“

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Symptome einer Raupendermatitis


Die giftigen Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners führen beim Menschen zu Allergien. Zu den Symptomen gehören Haut­ausschläge (Raupen­dermatitis), die sich in Rötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper.

Durch Einatmen der Haare kann es zu Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut kommen. Die Folge können Bronchitis, Husten oder Asthma sein.

Begleitend treten Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf, selten auch allergische Schockreaktionen.