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Crailsheim / Heribert Lohr  Uhr
Am kommenden Freitag werden in Crailsheim die Besucher wohl wieder strömen. Der Einzelhandel in der Stadt bietet den Besuchern während der XXL-Shopping-Nacht wieder eine attraktive Verbindung aus hoher Beratungskompetenz und vielfältigem Sortiment.

Die lange Einkaufsnacht hat zwischenzeitlich Tradition und auch am kommenden Freitag zeigen die Crailsheimer Einzelhändler einmal mehr, dass sie ein enormes Sortiment zu bieten haben. „Natürlich ist die Online-Bestellung ein fester Bestandteil des normalen Einkaufsverhaltens der Kunden, aber mit dem klassischen Einkaufserlebnis, das mit dem Schlendern durch die Geschäfte verbunden ist, kann diese Variante nicht mithalten“, sagt Heribert Lohr, Vorsitzender des Vereins für Stadtmarketing mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Einzelhandel. Mit Aktionen wie der XXL-Shopping-Nacht – auch in diesem Jahr wieder von 18 bis 23 Uhr – stellen die örtlichen Betriebe einmal mehr ihre enorme Leistungsfähigkeit unter Beweis.

Der Crailsheimer Einzelhandel ist – vor allem in den Segmenten Bekleidung, Wohnen und Automobil – in Summe wirklich gut sortiert.

Shopping-Nacht bietet familiäre Atmosphäre

Dass die Horaffenstadt eines der fünf großen Handelszentren in der Region Heilbronn-Franken abbildet, hat viel damit zu tun, dass die meist familiär geführten Einzelhandelsunternehmen mit viel Kreativität an den Markt gehen. Ob Sanitär- und Baufachhandel, Unterhaltungselektronik oder Lederwaren, Bedarf des alltäglichen Gebrauchs, Schnäppchen großer Ketten oder spezielle Angebote etwa beim Bettenkauf – wer sich in Crailsheim ein wenig Zeit nimmt, der wird in der Regel auch fündig.

Eine lange Shoppingnacht braucht natürlich ihre Ankerpunkte. Einer davon ist ein Public Viewing des Merlins-Spiels.

Was das Bummeln an der Einkaufsnacht auch so reizvoll macht, ist der Umstand, dass die Kunden ganz unterschiedliche Verkaufsstrategien und Atmosphären erleben können. Denn spezielle Fachgeschäfte wie etwa das Schuhhaus Freitag oder Herrenmoden Friedrich, beide direkt in der Innenstadt, öffnen ebenso länger ihre Pforten wie etwa der Filialist „Rofu Kinderland“ im Stadtteil Roßfeld. Daneben wird vielen Shoppinggängern bei solchen Anlässen vielfach erst bewusst, wie lange die Einkaufscenter wie etwa das Kaufland geöffnet sind.

„Ob hochwertiger Sportschuh oder noble Brille, feiner Schmuck oder fein zusammengestelltes Blumenarrangement. Unser Problem ist ein wenig, dass sich die Stadt in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich in die Fläche entwickelt hat, dass macht es für eine Stadt mit fast 35.000 Einwohnern nicht einfach, das umfassende Angebot zu bündeln und darzustellen“, erläutert Heribert Lohr, der auch um die enormen Anstrengungen in den Geschäften weiß: „Umfassender Service, lange Öffnungszeiten und eine übergreifende Produktauswahl, dass ist gerade auch für die kleinere Geschäfte nicht immer einfach zu handeln.“

Der Wirtschaftsjournalist wirbt deshalb auch mit Nachdruck dafür, dass die Menschen solche Angebote wie die XXL-Shopping-Nacht auch nutzen: „Eine gute Handelsstruktur bleibt auf Dauer nur erhalten, wenn wir sie auch wertschätzen.“ Andreas Manthey, stellvertretender Vorstand des Vereins für Stadtmarketing, sieht dabei die ansässigen Unternehmern durchaus in der Pflicht: „Natürlich müssen wir uns heute mehr Gedanken über die Präsentation machen und vor allem ein hohes Maß an Beratungskompetenz bieten, aber die Menschen müssen sich auch klar machen, dass Regionalität letztlich ein Wert ist, der allen vor Ort zugutekommt.“ Deshalb arbeiten die Mitglieder des Vereins für Stadtmarketing auch an einem Konzept, das in Sachen Beleuchtung und Öffnungszeiten an einem einheitlichen Auftritt bei größeren Veranstaltungen sorgen soll.

Dass sich das Engagement in den Markt letztlich für die beteiligten Händler auszahlt, machen ein paar Daten deutlich. Rund 1,2 Milliarden Euro reichen die Einwohner des Landkreises Schwäbisch Hall nach jüngsten Erhebungen der Industrie- und Handelskammern über die Ladentheke.

Noch bis Freitag sind die Kandidatinnen aus Ulm und Umgebung mit dem pinken Shopping-Queen-Bus unterwegs und suchen nach dem perfekten Outfit zu Guidos Motto.

In Crailsheim werden davon rund 215 Millionen Euro bewegt. Die Jagstmetropole kommt im Ranking unter den Einkaufsstädten der Region immerhin auf Platz zehn. Der Einzelhandelsumsatz liegt bei durchschnittlich 8247 Euro. Das macht unter dem Strich 273 Millionen Euro, die die Verbraucher in Crailsheim ausgeben. Die Zahl macht auch deutlich, dass der Einzelhandel in Crailsheim auch auf die umliegenden Gemeinden große Attraktivität ausstrahlt. Mit einer sogenannten „Handelszentralität“ von 144,2 Punkten liegt die zweitgrößte Stadt des Landkreises deutlich über dem Schnitt in Baden-Württemberg (97,3).

Mehr Lebensqualtität

Die künftige Entwicklung des örtlichen Einzelhandels hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, die Innenstadt als lebendige und attraktive City mit hoher Lebensqualität zu gestalten, weil die Bereiche Arbeiten, Wohnen und Leben wieder vermehrt zusammenwachsen.

„Aktionen wie die lange Einkaufsabende sind dafür ideal“, sagt Heribert Lohr: „Gerade auf diesem Feld hat Crailsheim in der jüngeren Vergangenheit wieder deutlich zugelegt und so ist eine Einkaufsnacht, auch eine gute Gelegenheit, sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Das gilt mittlerweile gerade auch für die jungen Leute. Mittlerweile gibt es ganze Gruppen, die sich ganz gezielt für die XXL-Shopping-Nacht verabreden. Der weitere Ablauf ist ähnlich: Zusammen essen gehen, einkaufen und den Abend gemütlich in einer Kneipe ausklingen lassen.

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