Seit dem 29. Juni findet in Kindergärten und Grundschulen wieder der Regelbetrieb statt. Abstandsregeln müssen zwischen den Kindern nicht eingehalten werden, auch zwischen Kindern und Erziehern nicht. Bereits nach wenigen Tagen haben sich die Kinder an die Situation wieder gewöhnt.

„Seit Mittwoch ist die Verunsicherung bei den Kindern völlig weg”, berichtet Katja Munzinger, Schulleiterin der Reußenbergschule. Sie ist erleichtert, dass die Punkte auf dem Schulhof, die den Kindern dabei helfen sollten, den Abstand zu wahren, jetzt nur noch Bodendekoration sind. „Viele, vor allem die Kleinen, haben es von Anfang an nicht geschafft, sich daranzuhalten“, sagt sie.

Schnell umgestellt

Die Größeren dagegen waren verunsichert und suchten Sicherheit auf den Punkten und folgten teils weiterhin dem markierten Wegenetz durch die Schule. Inzwischen ist aber wieder richtig Trubel in der Schule. „Es ist wieder Leben im Schulhaus, und es ist wirklich verblüffend, wie flexibel und schnell die Kinder sich umstellen und gewöhnen“, betont Munzinger.

Crailsheim

Ebensolches Lob hört man aus der Eichendorff-Gesamtschule, wo der Pausenbereich der Grundschule klar vom Rest der Schule getrennt ist. „Das hat jetzt wunderbar funktioniert bei uns”, sagt auch Rektor Oliver Grau. An seiner Schule gibt es die Empfehlung, Masken zu tragen, was vom Kollegium und von vielen Schülern freiwillig umgesetzt wird. „Wir sind wirklich relativ entspannt, und ich höre auch von Elternseite keine Bedenken“, zeigt sich Grau erleichtert über den Start in den Regelbetrieb.
„Von unseren Eltern kann ich sagen: Sie sind überglücklich, dass wir wieder Regelbetrieb haben”, sagt Stefanie Drexel-Malchar, Kindergartenleiterin auf dem Roten Buck. Allerdings gibt es reduzierte Öffnungszeiten, weil die Gruppen aufgeteilt werden mussten. Auch das offene Konzept wurde ausgesetzt.
An den Garderoben der Kindergartenkinder hängen mit Namen bestickte Masken aus der Hobbywerkstatt einer Erzieherin, doch aufgesetzt werden die nur selten. „Die Kinder haben sich wirklich schnell eingewöhnt“, so Drexel-Malchar.
Grundschule Michelfeld Der Aufzug steht schon

Michelfeld

Ihre Kollegin Iris Wielgoß in Ingersheim hat wieder rund 80 Kinder im Haus. „Bei den Vorschulkindern war eine Verunsicherung spürbar, aber das hat sich schnell gegeben.“ Mit kleinen Versuchen haben die Erzieherinnen den Kindern nahegebracht, warum Händewaschen so wichtig ist. „Das blöde Corona“, so nennen die Kinder das Virus.
Ähnliche Sprüche kennt ­Irmgard Neubauer vom Kindergarten St. Bonifatius. Sie ist erleichtert, dass kein Abstand gehalten werden muss, und sie hat beobachtet, dass manche Kinder umsichtig geworden sind, in die Ellenbeuge niesen oder sich­ ­körperlich zurückhalten. Viele Gespräche, die sie bei den Kindern mithört, beginnen mit „Wenn das Corona wieder vorbei ist ...“ Was Neubauer auf jeden Fall bestätigen kann: „Das Wort Corona ist inzwischen auch bei den Kleinsten im Wortschatz angekommen.“