Im November startet die Psychologische Beratungsstelle des evangelischen Kirchenbezirks Crailsheim eine Vortragsreihe mit dem Titel „Liebe Eltern, wir müssen reden – Tabuthema Alter”. Die Reihe soll den Dialog der Generationen anstoßen.

Die Idee, sich des Themas „Alter“ anzunehmen, das in vielen Familien mit einem Tabu belegt ist, kam Manfred Dohmen, als er einen Artikel in der „Zeit“ las. Ihm wie seinen Kollegen der Beratungsstelle sind die Fragen bekannt, die fast jeder hat, die aber kaum einer offen zu stellen wagt. Das Thema ansprechen, ein offenes Gespräch führen, Erwartungen benennen, den Umfang der Belastung erkennen und natürlich, ob man das alles schaffen kann: Mit diesen Fragen sehen sich die psychologischen Berater häufig konfrontiert.

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Durch eine „glückliche Fügung“, wie Bernhard Rutkies es nennt, erhielt die Beratungsstelle eine größere Spendensumme, die es der Einrichtung erlaubt, die Vortragsreihe auf den Weg zu bringen und zwar ohne dass die Vorbereitung von der Beratungszeit abgehen muss, denn mit Projektkoordinatorin Heike Ziegler konnte eine weitere Kraft hinzugezogen werden. „Mittlerweile konnte ich verschiedene Referenten gewinnen“, berichtet die Beraterin vom bewusst breit gehaltenen Angebot, das sich an Eltern und Kinder, Betroffene Pflegefälle und deren Angehörige richtet.

Veranstaltungen werden kostenlos durchgeführt

Den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Aspekte des Alterns“ am 22. November hält Dr. Norbert Andrejew vom Klinikum. Danach geht es alle vier Wochen weiter mit Vorträgen zu Pflege, Christentum und Umgang mit dem Alter, Palliativmedizin und Hospiz sowie zur Mobilität im Alter. Einen Abend lang geht es außerdem um Vorsorgevollmacht, Verfügungen und Testament, bevor eine Podiumsdiskussion im April die Vortragsreihe abschließt.

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Ganz wichtig ist den Mitarbeitern, zu betonen, dass die Veranstaltungen dank der Förderung von der Gesamtkirchengemeinde und dem Förderverein der Psychologischen Beratungsstelle kostenlos angeboten werden. Dazu laufen sämtliche Vorträge am frühen Abend und damit zu senioren- aber auch arbeitnehmerfreundlichen Zeiten. „Der extreme Bedarf an Information ist da“, weiß Heike Ziegler. Und auch Bernhard Rutkies ist sich sicher, dass das Angebot trifft, wenn er sagt: „Das ist ein Acker, der bearbeitet werden muss, weil es ein Thema ist, das jeden betrifft.“

Termine und Themen der Vortragsreihe


Auftaktveranstaltung:
22. November, 18 Uhr:
„Liebe Eltern, wir müssen reden – Tabuthema Alter“ mit Dr. Norbert Andrejew über „Aspekte des Alterns“, Christusgemeindehaus.

Themenabende:
5. Dezember, 18 Uhr:
„Pflege, Möglichkeiten, Organisation und Kosten“ mit Tina Koch vom AOK-Pflege-Competenzcenter, Christusgemeindehaus;
28. Januar, 18 Uhr: „Christentum und der Umgang mit dem Alter, spirituelle Aspekte“ mit Dekanin Friederike Wagner, Kreuzberggemeindehaus;
4. Februar, 18 Uhr: „Medizin am Ende des Lebens“ mit Dr. Helmut Kopp sowie „Hospiz­arbeit als Begleitung am Lebensende“ mit Barbara Sittler vom Hospizverein Ellwangen, Friedenskirche Altenmünster;
4. März, 18 Uhr: „Mobilität im Alter – Selbstbestimmtheit und soziale Teilhabe“ mit Manfred Reich vom Kreisseniorenrat, Kreuzberggemeindehaus;
25. März, 18 Uhr: „Finanzierung der Pflege“ mit Rechtsanwältin Dr. Petra Bülow sowie „Vorsorge durch Errichtung einer General- und Vorsorgevollmacht sowie Erbvertrag und Testament“ mit Notarin Andrea Hubner, Sparkassenforum;
24. April, 18 Uhr: Podiumsdiskussion mit Friederike Wagner, Dr. Norbert Andrejew, Dr. Petra Bülow, Gabriele Sengstock und Moderator Manfred Dohmen, Johannesgemeindehaus.