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Crailsheim / Birgit Trinkle  Uhr
Der Unglücksfahrer, der im August 2018 den Tod einer Passantin in Crailsheim verschuldet hat, hat seinen Einspruch gegen eine Geldstrafe zurückgezogen.

Der tragische Unfalltod einer 49-Jährigen hat vor fast einem Jahr viele in der Stadt betroffen gemacht. Der Unglücksfahrer stand am Donnerstag vor Gericht. Er hatte einen Strafbefehl über 70 Tagessätze nicht akzeptiert, so kam es zur Hauptverhandlung am Amtsgericht Crailsheim.

Staatsanwalt Armin Burger schilderte das Geschehen aus Sicht der Anklage. Der heute 63 Jahre alte Auslieferungsfahrer hatte am frühen Morgen des 1. August seinen Ford-Transit auf einem schmalen Zufahrtsweg neben dem Kaufland-Parkplatz in Roßfeld rückwärts gefahren, um Bäckerei-Ware auszuliefern. Er fuhr etwa 17 Stundenkilometer, ohne über Abstandssensoren zu verfügen und obwohl der fragliche Bereich über Außenspiegel nur begrenzt einsehbar war. Burger sprach von einer Sorgfaltspflichtverletzung. Vom Parkplatz her trat die 49-Jährige auf die Fahrbahn, wurde vom Lieferantenfahrzeug erfasst, zu Boden geworfen und überrollt. Sie erlitt schwerste innere Verletzungen, wurde zwar umgehend ins Krankenhaus gebracht, starb aber wenig später bei einer Notoperation. Die Anklage lautete auf fahrlässige Tötung: „Sie haben fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht.“

Ein 49-jähriger Mann ist am Samstag bei Rosenberg im Kreis Ansbach Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Der Tatverdächtige hat sich später selbst getötet.

Unglücksfahrer zieht Einspruch nach einer Besprechung zurück

Burger wandte sich dann in einem ungewöhnlichen Schritt an den Angeklagten und seinen Anwalt: „Ich rege an, dass Sie den Einspruch zurücknehmen, ich kann nicht garantieren, dass das gut ausgeht.“ Mit Blick auf den Strafbefehl, der eine Geldstrafe aber keinen Führerscheinentzug vorsah, sagte Burger: „Ich hätte etwas ganz anderes beantragt.“ Als Anwalt Bernd Stupp unter anderem auf den schriftlichen Hinweis Bezug nahm, ein Richter habe die Einstellung des Verfahrens erwogen, meinte Burger, das sei die „völlig absurde“ Einschätzung eines älteren Kollegen gewesen. Eine Einstellung des Verfahrens sei „in jedem Fall vom Tisch“.

Stupp blickte auf die drei geladenen Zeugen und den Sachverständigen und meinte ungehalten, das hätte auch in kleinem Kreis besprochen oder über ein Telefonat geregelt werden können. In 23 Jahren habe er so etwas nicht erlebt. Nach einer Besprechung mit seinem Mandanten zog dieser den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Burger zum Unglücksfahrer: „Sie sind ein ehrbarer Mann, haben keine Vorstrafen. Das müssen Sie mit Ihrem Gewissen ausmachen. Sie sind gut beraten, das Fass nicht noch mal aufzumachen.“

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