Das Diebesgut aus Einbrüchen zu Geld machen – das war zwischen August und Oktober 2017 die kriminelle Geschäftsidee von zwei Männern im Alter von 29 und 28 Jahren, die seinerzeit in Crailsheim wohnten. Für die Einbruchserie im Altkreis Crailsheim musste sich das Duo jetzt vor dem Crailsheimer Amtsgericht verantworten. Auf der Anklagebank saß zudem ein 31 Jahre alter Mann, dem die Staatsanwaltschaft Hehlerei vorwarf.

Ohne Wenn und Aber räumten die beiden Angeklagten ein, dass sie an fünf Tatorten im Altkreis Crailsheim einen Hausmeister-­Raum, eine Maschinenhalle, eine Garage, ein Schützenhaus und eine Firma geplündert hatten. Mit dem Einbruch in eine Fischerhütte und in eine Scheune hätten sie aber nichts zu tun, wie beide Männer beteuerten. Das Verfahren wurde in diesen beiden Fällen dann auch eingestellt.

Das Motiv von einem der Räuber bleibt ein Rätsel

Völlig widersprüchliche Angaben machten die beiden Angeklagten allerdings zu der Frage, wie der Erlös aus der Beute geteilt wurde. Rätselhaft blieb bei dem Prozess auch, warum der mit einem guten Einkommen ausgestattete 29-Jährige bei den Einbrüchen überhaupt mit von der Partie war.

Die Beute bestand zumeist aus Werkzeug und Elektrogeräten, aber auch einen Schneepflug und ein Motorrad listete die Anklageschrift auf. Eine besondere Rolle in dem Strafprozess spielten fünf sogenannte Shuttle-PC, die nach dem Einbruch in das Schützenhaus verschwunden waren.

Der Vorsitzende des Schützenvereins recherchierte im Internet nach den Geräten – und wurde auf einer Auktionsplattform fündig, wo ein solcher Rechner zum Verkauf stand. Die Polizei fädelte einen Scheinkauf ein und auf dem Parkplatz eines Discounters in Crailsheim wurde der 31-­jährige Mann vorläufig festgenommen.

Er wies aber jede Schuld weit von sich: Er habe keine Ahnung davon gehabt, dass es sich bei dem PC, den er nur gefälligkeitshalber für seinen Bekannten bei der Plattform angeboten hatte, um Diebesgut handelte.

In seinem Plädoyer forderte der Erste Staatsanwalt Martin Hengstler angesichts der „erheblichen kriminellen Energie“ bei den Einbrüchen eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von jeweils einem Jahr und neun Monaten für die beiden bislang nicht vorbestraften Männer nebst einer Geldauflage von 5000 beziehungsweise 2500 Euro. Die Hehlerei des 31 Jahre alten Angeklagten wollte der Staatsanwalt mit einer Geldstrafe in Höhe von 95 Tagessätzen zu je 25 Euro geahndet wissen.

Bernhard H

Rechtsanwältin Britta Muck erachtete eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und eine Geldauflage von 2500 Euro für ihren 29 Jahre alten Mandanten als ausreichend. Ihr Kollege Günter Hofmann plädierte auf kein bestimmtes Strafmaß für den 28-Jährigen. Auf jeden Fall seien eine Bewährungsstrafe und eine Geldauflage von 1300 Euro angemessen.

Verkäufer beteuert seine Unschuld

Der 31-Jährige, der bereits mit fünf Vorstrafen bei der Justiz in Erscheinung getreten war und ohne Verteidiger vor dem Crailsheimer Amtsgericht erschien, beteuerte nochmals seine Unschuld.

Richterin Uta Herrmann verhängte eine Freiheitsstrafe von jeweils einem Jahr und drei Monaten für die beiden Angeklagten, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem wurden der 29-Jährige mit einer Geldauflage von 2600 Euro und sein 28-jähriger Mittäter mit 1300 Euro belegt. Überdies wird ein Wertersatz für das Diebesgut in Höhe von 7000 Euro eingezogen.

Dass der 31 Jahre alte Angeklagte nicht wusste, dass es sich bei dem Shuttle-PC um gestohlene Ware handelt, nahm ihm Uta Herrmann nicht ab. Die Hehlerei ahndete sie letztlich mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 Tagessätzen zu je 30 Euro.

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