So sehr die Arbeit von Polizisten oft auch aus Routine besteht: Immer wieder geschehen Dinge, mit denen die Ordnungshüter nicht unbedingt rechnen. Und dabei geht es nicht nur um Unfälle, die aufgrund von besonderer verlorener Ladung hervorstechen, sondern mitunter auch um bizarre oder geradewegs surreale Ereignisse. Die 15 kuriosesten dieser Polizeimeldungen, die es im Jahr 2020 im Bereich Crailsheim gab, haben wir euch hier aufgelistet.

Platz 15: Kein Klopapier? Kein Problem!

Schon vor dem ersten harten Lockdown kündigten kleine Krisen die Corona-Krise an. Eine davon war der durch Hamsterkäufe verursachte Mangel an Toilettenpapier. Teilweise wurden die wertvollen Rollen gar gestohlen. Ob die Unbekannten, die Anfang März auf dem Autobahnrastplatz Reußenberg in einen stehenden Sattelzug einbrachen, diese Entwicklung schon vorhergesehen hatten, bleibt ungewiss. Jedenfalls deckten sich die Diebe bei ihrem ungewöhnlichen Raubzug mit eineinhalb Paletten Einwegwindeln ein - ein wohl vertretbare Notalternative in den darauffolgenden Wochen.

Platz 14: Unfallserie hat glimpflichen Ausgang

„Wenn es mal schlecht läuft, dann so richtig“, hat sich wohl ein 72-jähriger Autofahrer gedacht, als er Mitte Februar in Frankenhardt eine kleine Unfallserie baute. Nicht nur prallte er mit seinem Wagen gegen einen Zaun sondern danach auch noch gegen das Vordach einer Terrasse und blieb schließlich an einer Baustellengrube hängen. Glück im Unglück: Er und seine Beifahrerin kamen mit leichten Verletzungen davon.

Platz 13: Diese brennenden Büsche sind kein Zeichen Gottes

Bei diesem Anblick werden sich manche Autofahrer verwundert die Augen gerieben haben: Mitte Juli war ein historisches dampfbetriebenes Zugfahrzeug auf Landstraßen nahe Gerabronn unterwegs. Wäre es dabei geblieben, wäre die Polizei vermutlich nicht eingeschaltet worden. Allerdings setzte das kuriose Vehikel während seiner Fahrt mehrere Böschungen in Brand - weshalb die Feuerwehr mit Löschwasser anrücken musste.

Platz 12: Feuerwehr-Nachwuchs zeigt, was er drauf hat

„Wird man älter, wird man weiser“: Dieser Satz muss in der Realität nicht unbedingt immer zutreffen, vor allem wenn es um Kinder und Teenager geht. So steckten ein paar zündelnde Jugendliche Anfang April in Crailsheim ein paar Sträucher in Brand. Bevor die Feuerwehr anrückte, hatten Kinder aus der Nachbarschaft ihre Arbeit allerdings schon erledigt. Mit Wasser, Spritzpistolen und Feuerwehrhelmen löschten die Knirpse die Flammen - und bekamen von den „richtigen“ Feuerwehrmännern ein großes Lob.

Platz 11: Autobahnpolizei hat den richtigen Riecher

Geschmuggelte Drogen findet die Polizei bei Kontrollen auf der Autobahn immer wieder mal, ein so großer Fund an harten Betäubungsmitteln kommt aber nicht allzu häufig vor: Sage und schreibe 48 Kilogramm Heroin im Wert von mehreren Millionen Euro spürten die Ordnungshüter im Mai dank eines Drogenspürhundes in einem italienischen Sattelzug auf der A6 bei der Anschlussstelle Ilshofen/Wolpertshausen auf. Damit nicht genug stand der Fahrer zusätzlich unter Drogen und hatte zuvor den Verkehr gefährdet. Die Reise über die Autobahn endete deshalb für ihn an einem neuen Zielort: in einer Justizvollzugsanstalt.

Platz 10: Möchtegern-Dieb hat „Geistesblitz“

Baustellen und Rohbauten werden in jüngster Zeit vermehrt Opfer von Dieben, die Geräte, Baumaterial oder Elektrik abtransportieren. Aber auch Kabelklau will gelernt sein, wie ein Unbekannter im Oktober in Crailsheim unter Beweis stellte. So sägte dieser bei einem Raubzug an Kabel durch - nicht wissend, dass dieses unter Strom stand. Warum er danach von seinem Vorhaben abließ, kann sich wohl jeder denken - es hatte aber wohl nichts mit Reue zu tun.

Platz 9: Junge hat Glück im Unglück

Bei diesem Vorfall haben alle Betroffenen wohl erst mal die Luft anhalten müssen: Ein 13-jähriger Junge wurde im Juni beim Fahrradfahren bei Niederwinden von einem über die Fahrbahn gespannten Draht vom Rad geworfen. Doch nicht nur das Glück, dass das Kind nur leicht verletzt wurde, entschärfte die Situation schnell, sondern auch die Tatsache, dass dem Draht keine böswillige Absicht zugrunde lag. So hatte eine Frau zwei Litzen eines Weidezauns über die Straße gespannt, um Pferde darüber treiben zu können.

Platz 8: So ein Esel

Im Spätsommer haben Esel im Altkreis Crailsheim zweimal für Ärger gesorgt. Und der Begriff „Esel“ ist dabei durchaus wörtlich und nicht als Beleidigung gemeint. So spazierten im August drei Esel, die ihrem Halter ausgebüxt waren, durch die Crailsheimer Innenstadt und gefährdeten den Verkehr. Während es in diesem Fall noch glimpflich ausging und die Polizei die Tiere einfangen konnte, verursachten Esel im September in Frankenhardt einen Unfall: Ein Motorradfahrer stürzte, weil plötzlich mehrere der Tiere die Fahrbahn überquerten. Der Fahrer kam zwar mit leichten Verletzungen davon, sein Motorrad erlitt aber einen Sachschaden von rund 2000 Euro.

Platz 7: An die Straßenverkehrsordnung muss sich jeder halten

Es ist nie zu früh, Verantwortung im Straßenverkehr zu übernehmen. Das dachte sich wohl auch die Polizei, als sie im Februar die Öffentlichkeit um Mithilfe bat, einen ganz besonderen Verkehrssünder zu finden. Ein Kind in einem Kinderauto war in Crailsheim mit einer Seniorin zusammengestoßen, die dabei leicht verletzt wurde. Während der Knirps mit seinem Vehikel Fahrerflucht beging und den Vorfall wohl nicht ernst nahm, nahmen die Ordnungshüter den Unfall nicht auf die leichte Schulter. Ob sie den Fahrer - oder besser gesagt: seine Eltern - für Schadensersatzzahlungen letztlich finden konnten, teilten sie allerdings nicht mehr mit.

Platz 6: Telefonstreiche haben Folgen

Im Juli wurde die Polizei zu einer Schlägerei gerufen: Ein 17-Jähriger und zwei Freunde hatten zwei andere männliche Jugendliche in Crailsheim angegriffen. Neben Schlägen und Tritten bekam einer der Teenager auch eine Flasche an den Kopf. Als die Polizei die Hintergründe des Vorfalls überprüfte, fand sie bei den Angreifern aber ein Motiv vor, mit dem sich sicherlich nicht wenige identifizieren könnten. So hatten die Opfer zuvor die Freundin des 17-Jährigen wiederholt in Anrufen belästigt und dabei auch ihn im direkten Gespräch beleidigt. Der junge Mann fackelte nicht lange und suchte die Anrufer mit Verstärkung an ihrer Wohnadresse heim. Für seine Wut hatte die Polizei zwar Verständnis - für seine Selbstjustiz aber nicht.

Platz 5: Spuckattacken sind tabu - vor allem in Corona-Zeiten

Wir leben in Zeiten einer Pandemie, in denen eine Infektion unser Leben und das Leben unserer Liebsten gefährden könnte - vor allem wenn wir oder sie zur Risikogruppe gehören. Umso unverzeihlicher ist es, wenn manche Menschen mit Absicht und aggressiv die Corona-Regeln brechen. So geschehen im Mai, als ein 24-Jähriger sich in einem Schuhladen in Roßfeld nicht nur weigerte, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen sondern sogar noch eine Angestellte anspuckte, als er auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht wurde. Mutwillig einen anderen Menschen einer potenziellen Infektion aussetzen - da verstand die Polizei keinen Spaß und ermittelte gegen den Mann wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung.

Platz 4: Ein Polizist hat nie Feierabend

Manche Polizisten können nicht wirklich abschalten und nehmen ihre Arbeit mit nach Hause. Einem Ordnungshüter folgte im April das Verbrechen aber unvermittelt in seine Freizeit. So kam er in zivil in einem Crailsheimer Discounter zwei Ladendieben auf die Spur und stellte die beiden anschließend auf dem Parkplatz. Die restliche Arbeit ließ er allerdings dann doch von seinen Kollegen erledigen.

Platz 3: Christliche Nächstenliebe kann Leben retten

Im Oktober waren mehrere Polizisten, Hundestaffeln und Feuerwehren in Fichtenau im Einsatz, um einen polnischen Pilzsammler zu suchen, der sich im Wald verirrt hatte. Während die Einsatzkräfte den Mann allerdings nicht finden konnten, fand der Verirrte zugleich „zu Gott“ - oder besser gesagt: zu einem polnisch sprechenden Pfarrer an einer Kirche, der dem Mann half, nach Hause zurückzukehren. Ob der Pilzsammler an eine göttliche Fügung glaubt, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Platz 2: (Kurz) Schwein gehabt

Ein Happy End, wie der Pilzsammler es fand, hatte sich wohl auch eine Sau ausgemalt, als sie im März kurz vor ihrer Schlachtung einen günstigen Moment nutzte und in den Mainklinger Wald flüchten konnte. In den sozialen Medien hatte das Schwein nach seiner Flucht viele Unterstützer, die dem Tier ein langes Leben wünschten. Zwei Tage später aber wurde es aber im Wald gefunden und musste wieder zurückkehren.

Platz 1: Für diese Männer kam die Ausgangssperre schon früher

So will man die Nacht sicher nicht verbringen: Ein Mercedes-Fahrer sowie sein Beifahrer waren im September an einem frühen Sonntagmorgen mit dem Auto in einer Crailsheimer Waschstraße eingesperrt gewesen. Der Grund: Die beiden hatten in der Nacht die Idee gehabt, das Auto zu waschen - das Tor schloss sich aber hinter ihnen automatisch und ließ sich nicht wieder öffnen. Eine Taxifahrerin sah, was dort vonstatten ging und kontaktierte die Polizei. Diese konnte die beiden schließlich mit Hilfe des Waschanlagenbesitzers aus ihrer misslichen Lage befreien.