Ohne aus dem Auto auszusteigen, kann man zukünftig seinen Parkschein mit dem Handy lösen. „Das ist eine Innovation und sorgt für mehr Flexibilität“, freut sich Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christopher Grimmer auf den Start des Projekts am 15. Juli – zugleich ein weiterer Eckpfeiler auf dem Weg zur Digitalisierung. „Man braucht kein Kleingeld mehr und bezahlt nur das, was man an Zeit für das Parken benötigt.“

Nach dem Hochladen der gebührenfreien App „Pay by phone“ kann man wählen zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten: Entweder man bucht für einen bestimmten Zeitraum und bekommt eine Benachrichtigung auf sein Handy, wenn die Zeit abgelaufen ist – mit der Möglichkeit bis zur maximalen Parkdauer zu verlängern. Oder man beginnt den Parkvorgang mit der Starttaste und beendet ihn mit „Stopp“, sodass genau das Intervall abgerechnet wird, in dem das Auto in der Innenstadt abgestellt wurde.
Grundschule Michelfeld Der Aufzug steht schon

Michelfeld

„Das ist ein deutlicher Mehrwert für alle Verkehrsteilnehmer.“ Bezahlt wird per Paypal oder mit der Kreditkarte. Ohne Registrierung bei der App ist eine Buchung auch per SMS möglich und die Parkgebühr kommt einfach auf die nächste Handyabrechnung mit drauf. Allerdings geht das vorerst nur bei allen oberirdischen Stellplätzen in der Innenstadt. Je nach Akzeptanz könnte das digitale Bezahlen eventuell sogar irgendwann in der Tiefgarage möglich sein. „Dafür müsste aber erst der Bekanntheitsgrad der App steigen und dann müsste man noch die technischen Voraussetzungen dafür schaffen“, so Fabian Grief, von der App-Entwickler- und Betreiberfirma „Sunhill Technologies“. „Man kann aber auch weiterhin bar am Parkscheinautomaten bezahlen“, betont Grief.

Bereits in 270 Städten

In rund 270 Städten wie beispielsweise Künzelsau, Nürnberg oder Aalen läuft das digitale Parksystem bereits reibungslos, damit ist es Marktführer bei der kontaktfreien Bezahlung von Parkge­bühren in ganz Deutschland. Bei rund 20 Prozent liegt aktuell die durchschnittliche Nutzerquote, darauf hofft auch Grimmer in Crailsheim – „mindestens.“ Mit der App kann man dann übrigens auch in allen anderen Städten, die dieses System nutzen, bezahlen. Die Servicegebühr für eine Online-Buchung beträgt lediglich zehn Prozent der Parkgebühren. Die App zeigt zudem an, wo es die nächstgelegenen Parkplätze in den jeweiligen Städten gibt – eine gute Hilfe, wenn man auswärtig ist.

Die App erkennt über GPS automatisch, wo sich das geparkte Auto befindet. Jeder Parkraum hat seine eigene Nummer. „Der Datenschutz wird dabei immer gewahrt“, erklärt Grief. Auch die Kontrolle durch den Gemeindevollzugsdienst erfolgt über das Internet, es reicht das jeweilige Kennzeichen einzuscannen beziehungsweise einzugeben, um zu sehen, ob die Parkgebühr bezahlt wurde oder nicht. „Der Mehraufwand für die Mitarbeiter hält sich in einem überschaubaren Rahmen“, betont Grimmer, „wir können da eine bereits bestehende Software nutzen.“

500 kostenlose Parkgutscheine

Zur Information für die Bürgerinnen und Bürger werden in den nächsten Tagen Flyer bei verschiedenen Einzelhändlern ausgelegt, die dem Stadtmarketing angeschlossen sind. Hier gibt es zudem 500 kostenlose Parkgutscheine, die mit einem Code versehen sind und auf der App als Gutschrift eingelöst werden können. „Solch einen Parkgutschein anzubieten, wäre für die Einzelhändler der Innenstadt auch für die Zukunft ein attraktives Serviceangebot für ihre Kunden“, betont Grief.