Wahl Crailsheim muss sich neuen Oberbürgermeister suchen

Rudolf Michl ist nur noch bis Ende Januar 2018 Oberbürgermeister in Crailsheim. Gestern teilte der 58-Jährige mit, dass er nicht für eine zweite Amtszeit kandidiert. Seine Entscheidung habe nur mit privaten Gründen zu tun.
Rudolf Michl ist nur noch bis Ende Januar 2018 Oberbürgermeister in Crailsheim. Gestern teilte der 58-Jährige mit, dass er nicht für eine zweite Amtszeit kandidiert. Seine Entscheidung habe nur mit privaten Gründen zu tun. © Foto: Pressefoto
Crailsheim / Von Andreas Harthan 23.03.2017
Der Crailsheimer Oberbürgermeister Rudolf Michl kandidiert nicht für eine zweite Amtszeit. Ausschlaggebend seien „ausschließlich private Gründe“.

Die Zeit der Ungewissheit ist zu Ende. Schon seit Wochen wird in Crailsheim darüber spekuliert, ob Oberbürgermeister Rudolf Michl (58) eine zweite Amtszeit anstrebt. Seit Mittwoch steht fest: Tut er nicht. Seine Zeit im Rathaus endet also am 31. Januar 2018. „Nach einem intensiven Überlegungsprozess“ habe er sich entschieden, nicht erneut zu kandidieren, ließ er am Mittwochvormittag per Pressemitteilung verkünden. Kurz zuvor hatte er seine leitenden Mitarbeiter im Rathaus und dann die Stadträte und Ortsvorsteher informiert.

Seine Parteifreunde wussten schon seit Dienstagabend von seiner Entscheidung, die er nach dem Stadtfeiertag im Februar getroffen hatte. Am Dienstag hielt der SPD-Ortsverein sowohl eine Vorstandssitzung als auch eine Mitgliederversammlung ab, und die Teilnahme von Michl war angekündigt. Das waren klare Anzeichen dafür, dass sich was tut. „Bedauerlich“, so reagierte Ortsvereinsvorsitzender Roland Klie auf die Nachricht des Abends. „Betroffen“ zeigte sich SPD-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender Gernot Mitsch auf HT-Anfrage.

In seiner Pressemitteilung schreibt Michl, dass ihm die Entscheidung, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren, „schwer gefallen ist“. Er übe das Amt des Oberbürgermeisters „sehr gerne aus“. Ausschlaggebend für seinen Verzicht seien „ausschließlich persönliche Gründe“. Könnte sich dahinter Amtsmüdigkeit verbergen? Michl winkt am Mittwochnachmittag im Gespräch mit dem HT energisch ab. Auf keinen Fall, betont er. Er sei sehr gerne Oberbürgermeister und hätte gerne eine zweite Amtszeit absolviert, aber er müsse mehr und mehr Rücksicht auf gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen. Und weil er „entweder richtig oder gar nicht“ Oberbürgermeister sein wolle, habe er sich gegen eine erneute Kandidatur entschieden. Nun hofft er – laut Pressemitteilung –  „dass meine frühzeitige Mitteilung es interessierten Kandidatinnen und Kandidaten leichter macht, sich mit ausreichend Information als Grundlage einer Kandidatur zu versorgen“.

Rüeck tritt nicht an

Wer mit Sicherheit nicht im Rathaus nach Infos fragen wird, ist der Stadtrat und ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Helmut W. Rüeck (55). Er erzählte auf HT-Anfrage davon, dass er in den vergangenen Wochen und Monaten „nicht nur von Parteifreunden“ zu einer Kandidatur ermuntert worden sei, seine Lebensplanung aber „in eine völlig andere Richtung geht“.

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