Einen Bundesligaverein im Basketball direkt vor der Haustür zu haben – das ist etwas Besonderes. Genau das dachte sich Jonas Förtsch, Referendar am Lise-Meitner-Gymnasium und Fan der Hakro Merlins Crailsheim. Bei den Überlegungen zu seiner Unterrichtsdokumentation kommt er schließlich auf die Idee, mit den Schülern der achten Klasse einen Werbeclip für die Mannschaft zu drehen.

„Ich wusste, dass die Klasse Interesse an Sport hat“, sagt Förtsch. Der 24-Jährige besucht selbst jedes Heimspiel der Merlins. Als er sich für die Unterrichtseinheit „Werbung“ im Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung (WBS) entschied, lag für ihn also nahe, einen Werbefilm für den Verein zu drehen.

Das Team um die Crailsheimer Merlins war direkt einverstanden: Nach vier Theoriestunden zum Thema Werbung bekam die Klasse 8b Besuch. Der Geschäftsführer des Basketballvereins, Martin Romig, und Lukas Lienert, der im Marketing tätig ist, erklärten der Klasse, wie der Verein selbst Werbung macht. Ein weiteres Thema: wie es der Mannschaft gelang, sich in der ersten Liga zu platzieren. In derselben Woche durften die Achtklässler samt Förtsch ein Heimspiel besuchen. An diesem Abend wurden die Hakro Merlins das erste Mal Tabellenführer, erzählt der Referendar. „Dementsprechend gut war natürlich die Stimmung.“

Während des Matches durfte er mit vier Schülern sogar in den Spielraum, damit sie Aufnahmen für ihren Werbefilm drehen können. „Ich musste da fast gar nichts machen, die Schüler wussten selbst, welche Szenen wichtig sind“, erzählt Förtsch. Ein paar dieser Szenen haben es in den finalen Clip geschafft. „Der Ausflug war schön, es war ein Klassen-Event“, freut sich der Referendar. „Es ist toll, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben.“

Ilshofen

Schüler machen alles

Nach dem Ausflug zum Basketballspiel ging es an die eigentliche Arbeit: Die Achtklässler sammelten Ideen, schrieben das Drehbuch und filmten die drei Szenen des Clips. „Ich will, dass die Schüler so viel wie möglich selbst machen“, so Förtsch. Bei den Überlegungen entstand dann das finale Konzept des Werbefilms: das kleine Crailsheim gegen die große Liga.

Für den Dreh zu diesem Thema nahmen sich die Schüler sogar außerhalb des Unterrichts Zeit: An einigen Nachmittagen waren Förtsch und die Achtklässler zum Filmen in der Innenstadt. Nachdem alle Aufnahmen fertig waren, ging es an den Schnitt. Auch den übernahm ein Schüler.

Förtsch war vor allem die Verteilung der Aufgaben wichtig. „Mir ging es nicht darum, dass alle zu sehen sind, sondern dass sich jeder Gedanken dazu macht.“ Jeder sollte seinen Teil zum Werbefilm beitragen. Immerhin sei es ein Schülerprodukt. „Ich hab das vielleicht organisiert und geleitet, aber letztlich haben die Schüler alles allein gemacht.“ Das Projekt unterscheide sich in dieser Hinsicht nicht vom klassischen Unterricht.

Braunschweig

„Keine Medienprofis“

Nächste Woche wird Förtsch seine Unterrichtsdokumentation abgeben. Dann ist das Video fertig, und die ganze Klasse wird es gemeinsam anschauen. „Wir sind natürlich keine Medienprofis, und das wird vermutlich kein Hochglanzprodukt. Aber für eine achte Klasse ist das echt gut“, so der 24-Jährige. „Das macht auch den Charme des Videos aus.“