Es geht nicht darum, besser als jemand anderes zu sein. Bei Lauf geht’s geht es darum, besser als dein früheres Ich zu sein“, sagt Heike Laufer-Fieger vom Forschungsteam Dr. Feil und gibt damit gleich die Richtung vor, in die die Trainer die Teilnehmer der Aktion lenken sollen. Konkurrenzdenken sei bei Lauf geht’s fehl am Platz, betont die Instruktorin und erklärt, dass jeder in seinem Tempo und nach seinen Fähigkeiten ans Laufen herangeführt werden müsse. Andernfalls komme es zu Überforderung – und die sei ganz und gar unerwünscht. „Und“, fügt Laufer-Fiege an, „jeder Meter ist wertvoll.“

Im Forum des Hohenloher Tagblatts haben sich am vergangenen Donnerstag 25 erfahrene Läufer und Walker versammelt, um bei der Trainerschulung die Grundsätze des Programms zu erlernen. Denn anders als es die Trainer zu Beginn ihrer eigenen Läuferkarriere kennengelernt haben, sollen sie bei Lauf geht’s den Leistungsgedanken getrost hintenanstellen. Bei Lauf geht’s gehe es nicht darum, eine bestimmte Zeit oder eine gute Platzierung zu erreichen, erklärt Laufer-Fiege: „Es geht darum, Freude und Spaß am Laufen zu haben. Und das geht nur, wenn man nicht zu schnell läuft.“

Mainhardt

Motivation ist eine der wichtigsten Aufgaben der „Lauf geht’s“-Trainer

Die Trainer, die bereits im vergangenen Jahr eine Laufgruppe angeleitet haben, kennen die Vorteile des Programms bereits. „Man kann richtig sehen, wie das Selbstvertrauen wächst. Wenn Laufanfänger nach wenigen Wochen eine Stunde lang laufen können, dann ist das ein Riesenerfolg. Und am Ende schaffen sie sogar einen Halbmarathon“, berichtet Martin Wenger, Headcoach des Crailsheimer Lauftreffs. „Wer die glücklichen Gesichter der Teilnehmer gesehen hat, die beim Halbmarathon in Ulm zum Teil nach über drei Stunden über die Ziellinie gelaufen sind, der kann sich nur mitfreuen“, fügt Marcus Faber an. Der Headcoach des Haller Lauftreffs ist überzeugt, dass das Konzept – durch langsames Laufen schnell werden – aufgeht. „Wir haben früher gelernt, dass hartes Training nötig ist. Da blieb die Motivation häufig auf der Strecke.“

Die Teilnehmer zu motivieren ist eine der wichtigsten Aufgaben der Lauf-geht’s-Trainer. Denn die meisten sind Laufanfänger oder Wiedereinsteiger, die viele Jahre keinen oder nur wenig Sport gemacht haben. „Bei Lauf geht’s haben wir meist keine durchtrainierten Sportler“, sagt Heike Laufer-Fiege. „Aber jeder war schließlich mal Anfänger.“ Und gerade bei den Anfängern würden sich enorme Fortschritte zeigen: mehr mentale Ausgeglichenheit, weniger Gewicht, mehr Muskulatur und somit unterm Strich mehr Gesundheit. „Die Kombination aus intelligentem Training und moderner Ernährungssteuerung bewirkt eine deutliche Abnahme des Taillenumfangs. Dadurch sinkt das Herzinfarktrisiko“, so Laufer-Fiege.

Schwäbisch Hall

Noch drei Wochen bis zu den Lauftreffs

Nicht nur theoretisch wurden die Trainer geschult, sie lernten die Mobilisierungs- und Stabilisierungsübungen und das Lauf-ABC, mit denen jede Trainingseinheit beginnt, auch gleich praktisch. Beim hochintensiven Intervalltraining „Tabata“ kamen sie ordentlich ins Schwitzen. Noch drei Wochen dauert es, dann dürfen sie ihr erworbenes Wissen in den Lauftreffs in Crailsheim, Schwäbisch Hall und Gaildorf an die Lauf-geht’s-Teilnehmer weitergeben. „Ich freue mich schon sehr darauf“, sagt Luca Rabus, Walkingtrainer aus Gaildorf. „Von mir aus kann es losgehen.“

Anmeldung zur Aktion noch bis zum 15. März


Lauf geht’s ist eine Aktion der Südwest Presse Hohenlohe. In sechs Monaten trainieren Laufanfänger, Wiedereinsteiger und Hobbyläufer bis zum Halbmarathon, den sie am 27. September in Ulm laufen werden. Neu in diesem Jahr ist die Gruppe der Power Walker.

Lauftreffs gibt es in Schwäbisch Hall und Gaildorf (Training: donnerstags um 19 Uhr) und in Crailsheim (Training: dienstags um 19 Uhr). Trainingsstart ist in der Kalenderwoche 14. Infos und Anmeldung unter www.laufgehts-sho.de. Anmeldeschluss ist am Sonntag, 15. März. Fragen zur Aktion beantwortet Projektleiterin Christine Hofmann per E-Mail an c.hofmann@swp.de. hof