Bevor in der ersten Aprilwoche die Aktion Lauf geht’s des Verlags SÜDWEST PRESSE HOHENLOHE mit den wöchentlichen Lauftreffs starteten, war Sport für die meisten Teilnehmer der Gruppe der Laufanfänger noch ein Fremdwort. Oder zumindest ein Wort, das sie schon länger nicht mehr benutzt, geschweige denn es mit Aktivität gefüllt hätten.

Nach fünf Wochen Training – allein mit einem detaillierten Trainingsplan und zum Abschluss der Trainingswoche stets gemeinsamen mit mehr als 130 Teilnehmern beim Crailsheimer Lauftreff – sind die Fortschritte immens. Die Laufanfänger in der sogenannten Latte-Macchiato-­Gruppe, die zunächst mit Walking gestartet waren, laufen inzwischen – von Gehpausen unterbrochen – 30 Minuten lang.

Video "Lauf geht's" in Crailsheim: Die „Latte Macchiatos“-Gruppe macht Fortschritte

Ziel: Gesundheit stärken

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe. Aber es klappt ganz gut“, sagt Johanna Kilg, genannt Hanni. Die Crailsheimerin hat sich bei der Aktion angemeldet, um ihre Gesundheit zu stärken – sowohl körperlich als auch seelisch. „Meine Ärztin hat gesagt, um den Bluthochdruck und den Blutzucker in den Griff zu kriegen hilft nur Laufen, Laufen, Laufen“, sagt die 68-Jährige.

Üblicherweise hält sich Hanni Kilg mit Wandern, Fitnesstraining auf dem Fahrrad oder Crosstrainer und mit Gartenarbeit fit. Doch seit im vergangenen Jahr ihr Ehemann gestorben ist, fällt es ihr schwer, sich zum Sport zu motivieren. „Mein Nachbar ist einer der Lauftrainer. Er hat mich überzeugt, bei Lauf geht’s mitzumachen“, sagt die ehemalige Sekretärin, die zwei erwachsene Töchter und zwei Enkelkinder hat. Und nach einer Gedankenpause fügt sie an: „Das war die richtige Entscheidung.“

Da Hanni Kilg in den letzten Wochen intensiv mit der Gartenarbeit beschäftigt war, hat sie den Trainingsplan nicht ganz einhalten können. „Ich bin im Trainingsrückstand, das ist mir klar. Aber ich versuche am Ball zu bleiben und nach vorne zu schauen.“

„Lauf geht’s“ in Wolpertshausen Wie müde Muskeln munter werden

Wolpertshausen

Muskelkater vergeht

Auch wenn sie mal eine Trainingseinheit ausfallen lässt, kommt sie regelmäßig zu den gemeinsamen Lauftreffs. „Die Gruppe tut mir gut. Ich brauche den Druck, damit ich mich aufraffe“, sagt die 68-Jährige. Einige der Teilnehmer kennt sie bereits, andere lernt sie neu kennen.

Vom anfänglichen Muskelkater in den Oberschenkeln hat sich Hanni Kilg bislang nicht abschrecken lassen. „Der vergeht ja wieder“, sagt sie und lacht.

Die Aktion Lauf geht’s ist für die Rentnerin mehr als ein Anlass, etwas sportlicher und etwas leichter zu werden: „Mein Ziel ist nicht unbedingt der Halbmarathon, sondern meine Gesundheit.“

Aber da sie nach eigener Aussage ein Kämpfertyp ist – „Das bin ich schon mein Leben lang.“ – bleibt abzuwarten, ob sie sich nach sechs Monaten Lauftraining am Ende der Aktion am 29. September beim Einsteinmarathon in Ulm nicht doch auf die 21-Kilometer-Strecke wagt. Bis dahin bleibt ja noch etwas Zeit zum Trainieren.

Das könnte dich auch interessieren: