Am Volksfestsamstag 2009 war es so weit: Der Biotop-Naturkosthandel öffnete seine Pforten in der Langen Straße 46. Das Geschäft gibt es bereits seit 21 Jahren und es war zuvor ebenfalls in der Innenstadt beheimatet. Am Namen hat sich nichts geändert, erzählt Inhaber Hans-Hermann Bartels. „Vor 21 Jahren war Bio und Regionalität noch kein relevantes Thema in Crailsheim. Mit dem Namen wollten wir ein Biotop, einen neuen Lebensraum, dafür schaffen“, erzählt er.

Biotop-Naturkostladen möchte seinen Crailsheimer Standort nicht aufgeben

Der Standort in der Langen Straße ist sein Wunschstandort, betont Bartels. „Wir sehen uns auch als Nahversorger direkt in der Stadt. Bei uns kaufen viele ältere Menschen ein, die nicht mehr so mobil sind“, sagt Bartels und fügt hinzu: „Besonders die familiäre, persönliche Atmosphäre wird von unseren Kunden geschätzt.“

In den Geschäftsräumen waren zuvor ein Lebensmittelhandel sowie ein Fischladen beheimatet. „Wir haben hier aus zwei Verkaufsräumen einen gemacht“, erzählt Bartels. Heute gibt es hier regionale, biologische Lebensmittel zu kaufen sowie ein gemütliches Café. Insgesamt 17 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Gäste.

Geislingen

„Dennoch platzen wir hier aus allen Nähten“, sagt der Inhaber. „Unseren Verkaufsbereich und das Café würden wir sehr gerne erweitern – leider gibt es nicht genug Platz. Jeder Zentimeter wird genutzt“, ergänzt er. Den Standort in der Innenstadt möchte er auf keinen Fall aufgeben – auch wenn es bereits Angebote gab, in die Haller Straße umzuziehen.

Der Laden wird sehr gut angenommen, erläutert der Inhaber. „Wir können jedes Jahr eine Umsatzsteigerung vorweisen“, erklärt er. Ein Grund dafür sind auch die Tagesessen, die dienstags, mittwochs und donnerstags angeboten werden. Rund 70 bis 80 Essen gehen hier täglich über die Ladentheke.

Der Laden in der Langen Straße setzt auf regionale Produkte

Das Lebensmittel-Angebot ist breit gefächert. Von Trockenware über frisches Obst und Gemüse bis hin zu Tiefkühlware ist alles dabei. Im Fokus steht dabei die regionale Ware. „Wir bieten beispielsweise Käse aus Geifertshofen und Honhardt, Milch aus Schrozberg, Obst und Gemüse aus Schwäbisch Hall und Honhardt, Nudeln aus Feuchtwangen oder Honig aus Satteldorf“, erzählt der Inhaber.

Damit so viel Regionalität überhaupt möglich ist, ist Bartels auf die Hersteller angewiesen. Sie müssen ihre Waren zu ihm bringen – das sei nicht so einfach. Die Lösung wäre ein Fahrdienst, der die Waren direkt bei den Erzeugern abholt. Momentan fehlen dem Inhaber jedoch die Kapazitäten dafür. Den aktuellen Trend zu mehr Regionalität begrüßt er, doch er warnt auch: „Regional ist nicht gleich Bio.“

Sachsenheim

Ein besonderes Augenmerk legt das Biotop daher auf sogenannte Verbandsware. Dabei handelt es sich um besonders hochwertige Produkte von Bio-Anbauverbänden wie Bioland, Demeter oder Naturland. Die Verbände haben eigene Richtlinien zum Bio-Anbau und zur Verarbeitung, die strenger sind als die EU-Vorgaben für Bio-Produkte. Rund 80 Prozent des Sortiments besteht aus Verbandsware.

Inhaber wirft einen Blick in die Zukunft

„Bei Bio-Produkten wird oft der Gesundheitsaspekt in den Vordergrund gestellt. Für mich ist allerdings die Nachhaltigkeit viel wichtiger. Wir legen viel Wert darauf, dass die Kette hinter den Produkten stimmt“, erläutert Hans-Hermann Bartels.

In der Zukunft kann sich Bartels einen zweiten Standort vorstellen. Dieser müsste allerdings auch wieder in der Innenstadt sein. „Vielleicht könnte man mit zwei Läden auch verschiedene Schwerpunkte setzen“, meint der Geschäftsführer – das sei ein realistisches Ziel.

Alte Klassiker und persönlicher Kontakt


Zum zehnjährigen Bestehen bietet das Biotop-Team die ganze Woche lang verschiedene Aktionen an. So gibt es beispielsweise einen Rabatt auf das gesamte Sortiment. Zudem ist jeden Tag ein anderes Produkt im Angebot. Zum Mittagstisch werden alte Klassiker serviert.

Am Freitag gibt es den ganzen Tag lang kostenlose Handmassagen für die Kunden. Daneben sind auch verschiedene Hersteller vor Ort und stellen persönlich ihre Produkte vor.