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Wochenmarkt Crailsheim
Crailsheim / Christine Hofmann  Uhr
Mit der Initiative „Denkanstoß Agrar“ suchen Landwirte aus der Region in Crailsheim den konstruktiven Dialog mit den Verbrauchern. Die Gespräche verlaufen positiv.

Wir haben durchaus Gemeinsamkeiten“, stellt Erich Barthelmeß aus Wittau im Gespräch mit Landwirt Michael Reber auf dem Crailsheimer Wochenmarkt fest. „Wir Imker sind naturverbunden, wie die Landwirte auch.“ Viele solcher Gespräche führte Michael Reber aus Schwäbisch Hall gemeinsam mit Landwirt Frank Reber aus Obersontheim sowie Dirk Rüsing und Katharina Franz vom Futtermittelhersteller Josera am Freitagmorgen im Rahmen der Initiative „Denkanstoß Agrar“. Ziel der Aktion war, Landwirte und Verbraucher in einen Dialog zu bringen.

„Viele Leute wissen gar nicht, wie moderne Landwirtschaft funktioniert“, erklärte Dirk Rüsing. „Alle wollen günstig einkaufen und trotzdem artgerechte Haltung und Spitzenqualität. Das funktioniert so natürlich nicht.“ Im Gespräch mit den Besuchern des Wochenmarkts wurde daher über Aufgaben und Herausforderungen landwirtschaftlicher Betriebe gesprochen. Aber auch Themen wie Tierhaltung, Pflanzen- und Artenschutz kamen zur Sprache. Rüsing: „Wir wollen mit dieser Initiative vor allem Vorurteile abbauen und Landwirte wieder positiv ins öffentliche Bewusstsein rücken.“

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„Ich wünsche mir, dass die Verbraucher nicht einfach Stimmungsmachern glauben. Sie können uns Landwirte gern direkt ansprechen, wenn es Fragen gibt“, sagt Diplom-Agraringenieur Michael Reber. Die Branche müsse sich durchaus auch selber kritisch hinterfragen und angemessen auf Kritik reagieren. Dabei sei der Dialog unverzichtbar. „Das A und O ist, so transparent zu sein wie möglich. Wir wollen zeigen, was wir tun und warum wir es tun. Dann reagieren die Leute auch mit Verständnis.“

Der Obersontheimer Landwirt Frank Reber sieht einen großen Informationsbedarf. „Viele Leute wissen tatsächlich nicht, wo die Milch herkommt“, meint der Landwirtschaftsmeister. Regelmäßig lädt er deshalb Gruppen zu Betriebsführungen ein und zeigt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert.

Schuhabstreifer der Nation

Nur so könne es seiner Meinung nach gelingen, dass die Arbeit der Landwirte wieder die Wertschätzung erfahre, die sie verdiene. „Die Landwirtschaft ist momentan ein wenig zum Schuhabstreifer der Nation geworden. Das hat sie nicht verdient“, so Frank Reber.

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Die Gespräche, die die Landwirte aus der Region während des Wochenmarkts in der Crailsheimer Fußgängerzone führten, waren tatsächlich überwiegend positiv. „Von Menschen, die einen Bezug zur Landwirtschaft haben, gibt es viel Zustimmung“, sagt Josera-Mitarbeiter Dirk Rüsing. „Vorbehalte nehmen wir ernst und Differenzen versuchen wir im direkten Dialog zu lösen.“

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Positiver Blick auf moderne Landwirtschaft

Die Initiative „Denkanstoß Agrar“ wurde vom Futtermittelhersteller Josera aus Kleinheubach ins Leben gerufen, um Landwirte wieder positiv ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Einerseits werden auf der Homepage www.denkanstoss-agrar.de landwirtschaftliche Betriebe vorgestellt, andererseits wird auf Wochenmärkten der Dialog mit Verbrauchern gesucht.