Crailsheim bewirbt sich nicht allein um eine Landesgartenschau. Also muss die Stadt auf sich aufmerksam machen. Kommunen, die eine Gartenschau wollen, versuchen deshalb, mit außergewöhnlichen Bauwerken auf sich aufmerksam zu machen. Das können Seilbahnen sein, oder Baumwipfelpfade – oder, wie im Fall Crailsheim – eine Brücke. Aber nicht irgendeine, sondern eine sogenannte Netzbrücke. Stadtplaner Stefan Markus stellte das Projekt am Montag in der Sitzung des Bauausschusses vor, am heutigen Donnerstag befasst sich der Gemeinderat damit. ­

Der Gemeinderat berät am Donnerstag den eventuellen Bau einer Netzbrücke in Crailsheim, um sich bei der Bewerbung um eine Landesgartenschau von der Konkurrenz abzusetzen. Bekommt Crailsheim eine spektakuläre Netzbrücke?

Stefan Markus, der Ressortleiter Stadtentwicklung im Rathaus, war 2015 auf der Expo in Mailand. Auch er war begeistert von der Netzbrücke im brasilianischen Pavillon. Bei der Erarbeitung der Konzeption für die Gartenschau-Bewerbung erinnerte er sich an das spektakuläre Bauwerk in der italienischen Stadt. Da eine Brücke gut zum übergeordneten Ziel der Crailsheimer Bewerbung – Verbindungen schaffen – passt, nahm er Verbindung mit dem Bauunternehmen „Officium“ in Stuttgart auf. Die Firma realisiert weltweit spektakuläre Bauwerke aus Edelstahlseilen. Und macht sich jetzt auch Gedanken darüber, was in Crailsheim möglich wäre.

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Netzbrücke soll Stadtteile untereinander und die Stadt mit der Natur „verweben“

Der gedankliche Ansatz ist, mit einer Netzbrücke für Fußgänger und Radfahrer den im Mittelpunkt einer Landesgartenschau stehenden Stadtteil Türkei mit der Kernstadt zu verbinden. Die Brücke soll sowohl Jagst als auch Goethestraße überspannen, und wäre, so Markus, ein echter Hingucker am südlichen Eingang der Stadt. Für den Ressortleiter ist die Expo-Brücke von 2015 der Ausgangspunkt für eine modifizierte, „größer gedachte“ Variante für Crailsheim, deren Bau mehrere Millionen Euro kosten würde.

Laut Markus würde eine Netzbrücke auch Aufenthaltsbereiche bieten und es so ermöglichen, den „hochwertigen, aber heute kaum erlebbaren Jagstraum“ genießen zu können. Zudem könnte eine Bepflanzung Teile der Brücke mit der umgebenden Natur regelrecht „verweben“, heißt es in einer Sitzungsvorlage.

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