Die Arbeit im Rathaus an der Konzeption für eine Landesgartenschau in Crailsheim laufen auf Hochtouren, bis Ende des Jahres muss das Konzept auf dem Tisch liegen. In der Sitzung des gemeinderätlichen Bau- und Sozialausschusses am Montag legte die Verwaltung einen Zwischenbericht vor, der auf Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern stieß. Sie empfehlen dem morgen tagenden Gemeinderat einstimmig, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Der Stuttgarter Landschaftsarchitekt Christof Luz, der die Crailsheimer Bewerbung federführend betreut, zeigte sich in der Ausschusssitzung sehr zufrieden mit dem bisher Geleisteten: „Wir sind in kurzer Zeit schon sehr weit gekommen.“ Im Rathaus engagiere sich ein „hervorragendes Team“ für das Projekt, das sei nicht überall so. Luz ist ein in Sachen Gartenschauen erfahrener Planer. Der Architekt hob noch einmal den Grundsatz hervor, der für eine Gartenschau in Crailsheim gelten soll: „Aus dem Ort, für den Ort.“ Es soll das berücksichtigt werden, das schon da ist, und weiterentwickelt werden, wenn es Potenzial hat.

Genau deshalb war am Tag zuvor ein Picknick in der Jagstaue rund um den Modellbootsee veranstaltet worden. Man wollte einfach mal testen, ob dieser Bereich der Aue als Bestandteil des Gartenschau-Gesamtkonzepts in Frage kommt. Die Antwort aus dem Rathaus lautet nach dem Erfolg der Veranstaltung: Ja!

Crailsheim

Für die Landesgartenschau braucht die Stadt Grundstücke

Wobei die Jagstaue nur ein Bereich der Gartenschau ist. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche Wasserturm/Gleisdreieck und der Stadtteil Türkei, verdeutlichte Stadtplaner Stefan Markus. Hier sollen unter anderem große Wohngebiete entstehen, wobei insbesondere die Türkei als neuer Siedlungsschwerpunkt vorgesehen ist. Geplant ist unter anderem, die dort ansässigen Betriebe umzusiedeln. Auf Nachfragen von Stadträten bestätigte Bürgermeister Jörg Steuler, dass erste Kontakte mit den Eigentümern stattgefunden hätten. Norbert Berg (AWV) wollte wissen, wo die Firmen eine neue Heimat finden können, und zeigte sich skeptisch, ob der für Altlastensanierungen in dem Stadtteil vorgesehene Betrag von drei Millionen Euro reiche. Steuler und Markus verwiesen darauf, dass es sich um eine Kostenschätzung handelt, die auf den Informationen beruht, die im Augenblick vorliegen.

Wie wichtig der Stadtteil in der Gartenschaukonzeption ist, unterstrich Bürgermeister Steuler mit seinem Hinweis, dass „die Sinnfrage gestellt werden muss“, wenn die Stadt nicht die aus ihrer Sicht erforderlichen Grundstücke in der Türkei kaufen kann. Umso wichtiger sei es nun, so Wolfgang Ansel (SPD), frühzeitig und intensiv ins Gespräch mit all denen zu kommen, von denen die Stadt was wolle.

Sie braucht auch Grundstücke von der Bahn, und das sei bislang alles andere als einfach gewesen, fügte Harald Gronbach (CDU) hinzu. Steuler verwies darauf, dass im Juli ein Gespräch mit der Bahn in Sachen Gartenschau stattfindet.

Viele Millionen für das Projekt erforderlich

Stadtplaner Markus machte auch Angaben zu den Kosten. Die werden derzeit auf rund 45 Millionen Euro geschätzt. Wenn man Einnahmen, Zuschüsse und Bodenwertsteigerung dagegenstellt, verbleibt nach Schätzung des Rathauses ein Betrag von etwa 18 Millionen Euro, den die Stadt aufbringen muss. Erhält sie den Zuschlag, kann eine Gartenschau frühestens 2031 stattfinden.

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