Schiffe tauft man mit einer Flasche Sekt, auf dem Bau startet man mit einem Spatenstich, aber wie eröffnet man einen Bewegungspark? Diese Frage stellte sich jüngst Crailsheims Sozial- und Baubürgermeister Jörg Steuler. Er sollte den neuen Parcours mit fünf Geräten im Lammgarten eröffnen und kam zu dem Ergebnis: Am besten man probiert es einmal aus.

Doch bevor es losging, bekamen Steuler und 30 interessierte Senioren von Heinrich Weber sowie Marcus Glöckner und Tina Estner vom Fitnessstudio Movin in Crailsheim eine Einweisung. Denn: Einige der Geräte sind nicht ganz ungefährlich.

Das Stepp-Gerät zum Beispiel. Hier könne man zwar sehr effektiv trainieren, weil damit sowohl die Muskeln im Oberschenkel als auch die Lendenwirbelsäule und der untere Rückenbereich trainiert werde, so der ehemalige Sportlehrer Weber. Gleichzeitig müsse man aber auch aufpassen: „Beim Auf- und Absteigen sollte man sich gut festhalten.“

Wiederholungen sind wichtig

Dass die Senioren die meisten Geräte relativ einfach und ohne großen Kraftaufwand betreiben können, sei gewollt, so Weber. Auf die Wiederholung komme es an. Je länger man die Übungen mache, desto anstrengender werde es.

Dabei ist es dem Crailsheimer Stadtseniorenrat zu verdanken, dass der Park entstanden ist. Die ersten Überlegungen zum Parcours gab es bereits im September 2015. Mit dem damaligen Oberbürgermeister Rudolf Michl und der deutschen Jugend-Boule-­Nationalmannschaft wurde die Boule-Bahn eröffnet.

Die Bahn sei gut angekommen, und so wollte man den Lammgarten „noch ein bisschen mehr aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Er hat die perfekte Lage für Senioren“, so Elke Bechtel, stellvertretende Vorsitzende im Stadtseniorenrat. Dabei gebe es Bewegungsparks auch in anderen Städten, wie zum Beispiel in Dinkelsbühl. Unterstützung für den Park gab es von der Stadt, insbesondere von Jörg Steuler sowie vom Bauhof, erklärt Bechtel.

Ebenfalls mit an Bord: Marcus Glöckner und Tina Estner vom Fitnessstudio Movin. „Wir waren bei dem Projekt gleich dabei, denn wir wissen, wie wichtig Bewegung ist“, sagt Marcus Glöckner. Der Kontakt kam zustande, weil gleich mehrere Senioren im Movin trainieren.

Große Gelenke werden bewegt

Dabei sind die fünf Geräte so konzipiert, dass die großen Gelenke wie Schulter-, Hüft- und Kniegelenk mitbewegt werden. Es gebe fast immer mindestens eine Übung, die man machen könne, auch wenn viele Senioren denken, dass sie zu alt seien, sagt Glöckner. „Das Schlimmste, das Menschen passieren kann, ist Stillstand.“ Es gehe aber nicht nur um Bewegung für Senioren. Ältere Menschen würden so auch eher nach draußen kommen – und gesellig sei es auch, wenn mehrere Senioren an den Geräten trainierten, erklärt Gerlinde Litak, stellvertretende Vorsitzende des Stadtseniorenrats.

So wie Karin Schelling und ihre Freundin Ingrid Ott. Die beiden haben vor, in Zukunft gemeinsam im Lammgarten zu trainieren. Am Bewegungsparcours haben sie fast nichts auszusetzen, es mache Spaß und man habe Erfolgserlebnisse. Nur eines gebe es zu bemängeln: Der Park hätte schon früher im Lammgarten aufgebaut werden können.

Allerdings gibt es schon erste Beschmutzungen an den Hinweistafeln bei den Geräten. „Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen“, erklärt Elke Bechtel. Schließlich habe es diesbezüglich auch bei der Boule-Bahn Bedenken gegeben – „und die ist immer noch gut in Schuss.“

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Info


Eine Einweisung an den Geräten gibt es jeden ersten Montag im Monat um 14 Uhr und jeden zweiten Freitag um 11 Uhr.