Traurig über die Absage seien alle 16 Mitglieder des Arbeitskreises Kulturwochenende, erzählen Ernst-Hans Stutz und Magnus Krause, die von Anfang dabei sind. Alle hätten jedoch auch eingesehen, dass die viertägige Großveranstaltung in der Innenstadt abgesagt werden musste. Bei rund 35.000 Besuchern könnten keine Sicherheitsabstände eingehalten werden. Außerdem lebe das Kulturwochenende auch von Straßenkünstlern, die auf das Mitmachen des Publikums setzen.

Enttäuschend sei die Absage auch deshalb gewesen, weil alle Arbeitskreis-Mitglieder viel Zeit in die Organisation des Jubiläums-Kuwos investiert haben. Manchmal gehen Jahre ins Land, bis ein von den Organisatoren gewünschtes Programm steht. Als Mitte April die bisher einzige Absage in der Geschichte des Kulturwochenendes feststand, waren bis auf drei alle Verträge abgeschlossen, berichtet Susanne Kröper-Vogt, die im Rathaus für Kultur zuständig ist. Viele Künstlerinnen und Künstler hätten schon damit gerechnet, dass das 25. Crailsheimer Kulturwochenende auf nächstes Jahr verschoben werden muss. Bis auf zwei hätten alle schon für 2021 zugesagt, freuen sich Stutz und Krause.

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„Schlimme Situation“

Magnus Krause sieht das eigentliche Problem nicht in der Absage des Kulturwochenendes, sondern darin, wie es all den Künstlern und Agenturen derzeit geht: „Ich finde die Situation schlimm, zumal es oft schon in normalen Zeiten künstlerische Existenzen am Rande der Selbstausbeutung sind.“ Von hundert auf null seien viele Kulturschaffende ausgebremst worden. Stutz und Krause befürchten, dass es die Hälfte der Kulturschaffenden gerade im Bereich der Klein- und Straßenkunst am Ende der Pandemie nicht mehr geben wird. „Das sind Leute, die kommen mit ihrem Koffer in die Stadt und sofort in Kontakt mit dem Publikum“, schätzt Stutz gerade diese Art von Kultur – und ahnt, dass es gerade für diese Menschen schlecht ausgehen wird.

Best-of-Programm geplant

Bei dem unter dem Motto „Phantasticum“ für dieses Jahr geplanten Jubiläums-Kulturwochenende sollten vor allem Künstlerinnen und Künstler auftreten, die in den vergangenen 24 Jahren das Publikum begeistert hatten. Letztes Jahr waren Kuwo-Besucher befragt worden, was ihnen in all den Jahren besonders gut gefallen hat. Neben den Trommlern von „Transe Express“ mit ihrer spektakulären Krannummer sollten dieses Jahr Shantel und das Bucovina Club Orkestar zu hören sein, oder auch „MoZuluArt“. Und für den Ratskeller war „Mambo Kurt“ gebucht.

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Neue Formate finden

Ganz wollen die beiden Kuwo-­Macher das Kulturjahr 2020 nicht aufgeben. „Man muss auch und gerade jetzt kulturelle Veranstaltungen anbieten“, findet Ernst-Hans Stutz. Vielleicht könne man auf der Autokino-Bühne auch mal ein Konzert veranstalten. Anderswo werde das schon gemacht. Das sei auch für örtliche Musiker eine Gelegenheit, mal wieder Musik zu machen, ergänzt Magnus Krause. Kultur sei keine Zugabe, kein Sahnehäubchen, sondern sei essenziell für viele Menschen, betonen die beiden und hoffen, dass sie mit dieser Meinung nicht alleine in der Stadt dastehen.