Zum neuen Kindergartenjahr sollen die Elternbeiträge um drei Prozent erhöht und die Betreuungszeiten neu definiert werden. Das empfiehlt der Hauptausschuss dem Gemeinderat zur Beschlussfassung. Durch eine genauere Aufschlüsselung der Betreuungszeiten könne das Personal effizienter eingeteilt und somit dem Personalmangel entgegengewirkt werden.

Christian Hellenschmidt (Grüne) äußerte sich kritisch über die Einführung einer Staffelung. „Wir haben die Befürchtung, dass Familien mit geringerem Einkommen eher die kürzere Betreuungszeit wählen. Eine Staffelung nach Einkommen wäre besser“, so Hellenschmidt. Um dies zu ermitteln, sei ein zu hoher Verwaltungsaufwand nötig, erklärte Hannes Bewersdorff, Ressortleiter Bildung und Wirtschaft. Das Jugendamt übernimmt auf Antrag für finanzschwache Familien die Kinderbetreuungskosten.

Verzicht auf Einnahmen

Die SPD-Fraktion forderte gebührenfreie Kitas. „Die Kommunen im Nachbarland sind da schon weiter als wir“, sagte Helga Hartleitner und stellte einen Antrag auf Abschaffung der Kita-Gebühren. Anna-Larissa Baranowski, Leiterin des Ressorts Finanzen, warnte jedoch, dass die Stadt dann auf Einnahmen in Höhe von einer Million Euro verzichten würde. Außerdem würden künftig Ausgleichstockmittel in einer Größenordnung von rund 1,5 Millionen Euro wegfallen, wenn eine Kommune auf Einnahmen verzichtet, die ihr zustehen.

„Es interessiert mich, ob die SPD ihren Antrag vor diesem Hintergrund aufrechterhält“, ­sagte Uwe Berger (CDU), der zuvor erklärt hatte, es sei absehbar, dass landesweit die Kitas gebührenfrei würden. „Warum sollten wir jetzt auf Millionenbeträge verzichten, wenn es später eh kommt?“

Für den Antrag, künftig keine Elternbeiträge mehr zu verlangen, stimmten ausschließlich SPD-Stadträte. Somit wurde er abgelehnt.

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Millionen Euro kostete der laufende Betrieb der Crailsheimer Kitas 2018. Davon trug die Stadt 5,7 Millionen Euro der Kosten selbst.