Crailsheim Crailsheim kann Vorreiter fürs ganze Land werden

Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung: Kultusministerin Susanne Eisenmann und Oberbürgermeister Christoph Grimmer.
Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung: Kultusministerin Susanne Eisenmann und Oberbürgermeister Christoph Grimmer. © Foto: Ministerium
Crailsheim / Andreas Harthan 08.09.2018
Koordinierungsstellen in Rathäusern sollen Rektorate von Ganztagesschulen entlasten. Einrichtung in Crailsheim ist Grundlage eines Pilotprojektes.

Rektorate von Ganztagsschulen sind doppelt belastet: Sie müssen nicht nur den schulischen Alltag organisieren, sondern auch noch die außerschulischen Aktivitäten. Das führt oft zu extremen Belastungssituationen. Darauf hat die Crailsheimer Stadtverwaltung schon vor Jahren reagiert und eine Koordinierungsstelle im Rathaus eingerichtet. Genau die dient nun als Vorbild für ein Pilotprojekt im Land, an dem fünf Kommunen teilnehmen. Die Kooperationsvereinbarung wurde gestern im Kultusministerium auch von Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer unterzeichnet. An dem von der Verwaltungshochschule Kehl begleiteten Projekt nehmen neben Crailsheim die Kommunen Michelfeld, Wertheim, Bruchsal und Freiburg teil.

„Es freut mich sehr, dass der unter Ex-Bürgermeister Harald Rilk eingeschlagene Weg Anerkennung findet und Anregung für die weiteren Überlegungen des Landes ist“, betont Oberbürgermeister Grimmer in einer Pressemitteilung. Crailsheim hatte 2015 als erste Kommune im Land die Ganztagsbetreuung an Grundschulen eingeführt. Sie ist, so Grimmer, „wichtiger Bestandteil eines modernen und zeitgemäßen Bildungsangebots in unserer Stadt“. Sie helfe Frauen und Männern, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Die Schulen mit der sogenannten rhythmisierten Ganztagsbetreuung haben einen erheblichen bürokratischen und organisatorischen Mehraufwand. Damit der nicht nur von der Schulleitung bewältigt werden muss, gibt’s im Crailsheimer Rathaus eine Koordinierungsstelle. Sie könnte die Blaupause werden für ähnliche Stellen in anderen Rathäusern. Laut Kultusministerin Susanne Eisenmann sollten Koordinierungsstellen – einen erfolgreichen Verlauf des Pilotprojekts vorausgesetzt – bald landesweit schulische Verwaltungsaufgaben bündeln und erledigen.

Viele Aufgaben

Der Aufgabenkatalog, den die Ministerin vor Augen hat, ist umfangreich: So sollen die Mitarbeiter der Koordinierungsstellen die oft zeitraubende Suche nach außerschulischen Partnern übernehmen, sie sollen die Verträge mit den Honorarkräften, die die außerschulischen Aktivitäten mit den Schulkindern übernehmen, abschließen, und sie sollen den Bedarf an kommunaler Betreuung, etwa durch ein Jugendbegleiterprogramm, ermitteln und im Bedarfsfall realisieren. Zudem sollen sie die Finanzplanung, Budgeterstellung und Schlussabrechnung übernehmen.

Die Ministerin legt in einer Pressemitteilung Wert auf die Feststellung, dass es zu keiner Konkurrenzsituation kommt: „Entscheidungen, die die Pädagogik und die inhaltliche Ausgestaltung des Ganztagsangebotes betreffen, verbleiben in den Händen der Schulleitungen.“ Ziel des Ministeriums ist eine fruchtbare Zusammenarbeit. Beide Seiten sollen ihre jeweiligen Stärken einbringen: „Die Schule ihre pädagogische und der Schulträger seine verwaltungstechnische.“

Info Im Schuljahr 2018/19 gibt’s in Baden-Württemberg 470 Ganztagsschulen.

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