Kein Festle, keine Gäste, kein Tamtam: Aber die drei Jungstörche auf dem Kamin der Jagstheimer Obermühle sind jetzt beringt, und das ist schließlich die Hauptsache. Am Freitag hat Helmut Vaas mit Hilfe der Drehleiter der Crailsheimer Feuerwehr die Jungtiere im Weißstorchnest untersucht, gewogen und den Unrat aus ihren Schnäbeln geräumt.

Vor allem wurden sie, wie er es ausdrückt, mit ihren metallenen „Personalausweisen“ ausgestattet – nichts anderes sind die Ringe, die er anlegt. Der Zusatz DER etwa steht für die Vogelwarte Radolfzell, der die Störche nun zeitlebens zugeordnet werden können. Der Blick auf ihre Zugwege soll helfen, die Lebensbedingungen der Störche zu verbessern.
Sehr gut entwickelt sei das junge Storchen-Trio, so Vaas, der für den Nabu die Weißstorchbetreuung in der Region übernommen hat. Mit einem Gewicht zwischen 3 und 3,5 Kilo werden die Jungen von den Vogeleltern auch außergewöhnlich gut ernährt, wovon unter anderem die fehlenden Hungerstreifen in den schwarzen Federn zeugen. „In drei bis vier Wochen werden sie ausfliegen.“
Das durch die Corona-Schutzmaßnahmen wegfallende „Storchenfestle“ soll nächstes Jahr wieder gefeiert werden.