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Crailsheim
Crailsheim / Julia Vogelmann Der Ausbau der Breitbandversorgung in Saurach, Heinkenbusch, Ölhaus und Buch steht in den Sternen. Der dringende Wunsch nach einer Lösung bleibt bestehen.

Manchmal ist es nur die Vorwahl, die darüber entscheidet, ob ein Gebiet beim Breitbandausbau berücksichtigt wird oder eben nicht. So geschehen im Zuge des VDSL-Ausbaus, bei dem Saurach, Heinkenbusch, Ölhaus und Buch leer ausgingen. Um eine Lösung zu finden und auf die Dringlichkeit des Versorgungsproblems hinzuweisen, hatte Stadtrat Jan Zucker bei der Stadt angefragt, ob es in absehbarer Zeit möglich ist, die vier Ortschaften ebenfalls mit schnellerem Internet zu versorgen.

„Die Ortschaften waren schon immer unterversorgt und die Hoffnungen waren und sind nicht groß, dass sie berücksichtigt werden. Die Bürger warten auf eine Entscheidung“, so Zucker. Die gab es zwar nicht auf seine Anfrage hin, doch eine Stellungnahme der Stadt folgte dennoch. Darin wird noch einmal bestätigt, was ohnehin schon alle wissen: „Nach aktueller Auskunft der Telekom gibt es absehbar keine Entscheidung, ob und wann dieses Gebiet mit Breitbandinternet versorgt wird.“

Bei einigen Internet-Nutzern in Fichtenau kommt die versprochene Datenrate nicht an.

Suche nach Lösungen

Optimisten können aus der Stellungnahme herauslesen, dass man bei der Stadt Crailsheim auf der Suche nach Lösungen ist: „Es bestünde die Möglichkeit, dass die Stadt den Ausbau der Breitband-Infrastruktur in diesem Bereich auf eigene Kosten übernimmt.“ Fördergelder könnten abgerufen werden, da die Übertragungsgeschwindigkeit in den vier Ortschaften unter der sogenannten Aufgreifschwelle von 30 Megabit pro Sekunde liege.

Der Pessimist findet sich im Folgesatz wieder: „Doch auch wenn sich die Stadt dazu entscheiden würde, selbst mit einem Ausbau tätig zu werden, wäre nicht gesichert, dass sich für dieses erstellte Netz ein Betreiber findet.“ Zu „kleinteilig“ das Netz und die Anzahl der betroffenen Haushalte eine „kritische Masse“, die einen wirtschaftlichen Betrieb nicht garantiert.

Hoffnungen werden deshalb in die Planung des Backbone-Netzes gesetzt, das derzeit vom Landkreis erarbeitet wird. Sobald hier ein Ergebnis für die Gemarkung der Stadt Crailsheim vorliege, könne genauer abgeschätzt werden, wie hoch der Aufwand eines Eigenausbaus wäre und ob die Möglichkeit bestünde, das kleinteilige Netz der westlichen Wohnplätze in ein größeres innerörtliches Netz zu integrieren, heißt es in dem Schreiben.

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Zwar bleibe den betroffenen Haushalten im Moment nicht viel übrig, als sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren und manch einer suche individuelle Alternativen, um die Wartezeit zu überbrücken, weiß der Stadtrat aus Triensbach. Der Wunsch nach einer Versorgung, wie sie inzwischen fast überall im Stadtgebiet Standard ist, bleibe aber bestehen. „Es gehört im Zuge einer modernen Infrastruktur einfach dazu. In jedem Ort ist man heutzutage darauf angewiesen, große Datenmengen zu verarbeiten und warum sollen diese Menschen abgeschnitten sein von Netflix oder Amazon Prime“, fragt Zucker. Er möchte das Problem daher nicht ad acta legen.

Als wünschenswert bezeichnet Zucker eine zügige Lösung des Problems, das übrigens auch in der letzten Ortschaftsratssitzung wieder auf der Tagesordnung stand. Auch eine Wiedervorlage seiner Anfrage hat der Ortsvorsteher bereits geplant, auch wenn er damit noch ein wenig warten will. Für ihn ist es selbstverständlich, am Ball zu bleiben. „Wenn man nicht hartnäckig bohrt, dann passiert gar nichts.“

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