Der Elektroantrieb kommt immer stärker. Da sind sich die Vertreter der Händler einig, die am Wochenende auf der dritten Crailsheimer Automobil-Ausstellung (CAA) im und um den Hangar ausgestellt haben. Es ist und bleibt aber eine Frage der Zeit: Bei der Podiumsdiskussion am Sonntagmittag erklären sie, dass die Deutschen schlecht informiert würden und verunsichert seien.

Das gelte nicht nur für reine Elektro-, sondern auch für Hybridfahrzeuge. „Wenn, dann entscheiden sich die meisten für ein Leasing über drei Jahre“, verrät Volvo-Händler Jürgen Stoll. Einen Anreiz, in neue Antriebsformen zu investieren, gebe für Geschäftsleute die Dienstwagenregelung.

Autos Autoausstellung in Crailsheim

Eine gesamtheitliche Lösung

Doch wer als Geschäftsmann ständig unterwegs sei, für den sei oft der reine Elektromotor nichts. „Eine Alternative zum Diesel gibt’s da nicht“, sagt Thomas Härterich von der Koch-Gruppe. Denn ein Aufladen über zwei Stunden, wie es der neue Audi e-tron brauche, das könnten sich einige zeitlich nicht leisten.

„Außerdem sind die neuesten Diesel das Sauberste, was man machen kann“, versichert der Fachmann. Der Diesel sei und bleibe die Lösung für die Langstrecke, für  Kurzstrecken insbesondere im Großstadtverkehr leuchte im Moment das E-Auto ein.

„Wir sollten den Diesel nicht so verteufeln“, stimmt auch VW-Händler Ralph Linke ein. Dieser stoße weniger aus als Reifen- oder Bremsenabbrieb verursachten. „Und wenn man den Gasfuß wie beim E-Auto zurücknimmt, dann ist er sehr sparsam“, meint Linke.

Dass manche Hersteller deutlich auf Elektro oder Hybrid setzten, zeigt Thomas Stegmaier anhand seiner Marke Ford. „Beim Mondeo gibt’s gar keine reinen Benziner mehr“, nennt er ein Beispiel. Wie genau die Zukunft der Mobilität aussehe, diesen Prozess sieht er noch in der Entwicklung. Er wünscht sich aber eine gesamtheitliche Lösung für die verschiedenen Bedürfnisse.

Autos Weitere Bilder von der Automobilausstellung im Hangar

Und weniger Bürokratie von der Politik. Für ein Streetscooter-Projekt mit Ladestationen habe die Firma einen 26-seitigen Antrag auf Fördergelder ausfüllen müssen. Ein halbes Jahr später sei der dann abgelehnt worden. „Da wundert man sich, dass die Töpfe voll sind“, meint Stegmaier. Das bremse auch die Entwicklung von Infrastruktur wie den Bau von Ladestationen.

„Diese Infrastruktur muss verbessert werden“, findet Xavier Schmid vom BMW-Autohaus Mulfinger. Und die Aufklärung der Bevölkerung, wirft Stoll ein. Denn die Kunden kämen mit Fragen, wie sie überhaupt daheim und unterwegs aufladen können – und wie das beim Hybrid konkret funktioniere.

Dafür setzt sich Lukas Schlipf mit seiner Firma Gebauer ein. Gemeinsam mit Autohäusern will der Betrieb aufklären, was es braucht, um elektrisch unterwegs zu sein. Es gebe beispielsweise auch Möglichkeiten, Solarstrom in Akkus im hauseigenen Keller zu speichern. „Die werden tagsüber geladen und nachts damit dann das Auto“, betont Härterich.

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