Kann, wenn das neue Hallenbad in der Maulachaue gebaut wird, noch ein sinnvoller schulischer Schwimmunterricht stattfinden? Ulrich Kern, der Leiter der Realschule am Karlsberg, und Max Kopplin, Konrektor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, bezweifeln das. Sie gehen davon aus, dass die Zeit, die tatsächlich im Wasser verbracht wird, sich auf etwa 30 Minuten reduzieren wird – derzeit seien es um die 60 Minuten.

„Dramatische Entwicklung“

Schon jetzt seien die Bedingungen für den Schwimmunterricht in der Stadt alles andere als ideal, berichten die beiden Lehrer und verweisen darauf, dass an den Vormittagen immer vier Schulen gleichzeitig im Hallenbad sind. Als „dramatische Entwicklung“ bezeichnet Schulleiter Kern die ständig steigende Zahl von Nichtschwimmern in Deutschland. Dass Grundschüler nicht schwimmen können, sei heute keine Ausnahme mehr.

Umso wichtiger sei es, dass dem Schwimmunterricht so viel Platz wie möglich eingeräumt wird. Kopplin verweist darauf, dass dieser in den Bildungsplänen verankert ist und deshalb nicht stiefmütterlich behandelt werden darf. Die Lehrer verstehen nicht, weshalb im neuen Hallenbad kein Sprungturm vorgesehen ist und die Beckentiefe nur zwei Meter beträgt.

Für Kern und Kopplin steht fest: Das Hallenbad muss in der Stadt bleiben. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die im Hallenbad Unterricht haben, kämen derzeit zu Fuß. Wenn, wie es der neue Schulentwicklungsplan vorschlägt, die Realschule am Karlsberg vergrößert wird und auch das ASG noch mehr Schüler bekommt, dann seien das in Summe allein an diesen beiden Schulen mehr als 2000 Schüler/-innen. „Das ist dann ein richtig großer Schulcampus“, sagt Kern. Und den kann er sich ohne Hallenbad nicht vorstellen.

Noch immer Fragen offen

Unzufrieden mit der derzeitigen Situation, was die Informationslage betrifft, ist die SPD-Gemeinderatsfraktion. „Wir wollen keinen der beiden Standorte torpedieren“, versichert Vorsitzender Gernot Mitsch, andererseits sei „eine ganze Reihe von Fragen“ auch nach dem Brief von Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer an den Gemeinderat „noch unbeantwortet“, so sein Fraktionskollege Wolfgang Ansel.

Keine Infos zu Wärmekonzept

Mitsch verweist auf das von den Stadtwerken immer wieder ins Feld geführte Wärmekonzept für ein Hallenbad neben dem Freibad. Vorgesehen sei, so die Stadtwerke, Abwärme aus dem benachbarten Industriegebiet zu nutzen. „Darüber wissen wir nichts“, bemängelt der Fraktionsvorsitzende. Und Ansel wundert sich, warum es in einer Kostengegenüberstellung, die dem Gemeinderat im Dezember des vergangenen Jahres vorgelegt worden ist, bei den Posten Personal, Energie, Materialaufwand und sonstige betriebliche Kosten entweder keine oder nur geringe Unterschiede zwischen den beiden Standorten gibt. „Wo sind denn nun die Synergieeffekte?“, fragt Ansel.

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